Etwas aus dem Leben oder: Weil Arbeit allein nicht glücklich macht ☆ Something real-life or: Why all work and no play doesn’t make happy

sunset

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Vor einiger Zeit habe ich mich mit einem älteren koreanischen Herrn unterhalten. Er war vielleicht um die 80 Jahre alt. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir aus seinem Leben. Er sei früher bei einem bekannten Technologie-Konzern namens Sxxxxxx tätig gewesen und viel herumgekommen in der Welt. Ich fragte, ob er aus Korea komme. Er bejahte und fragte, ob ich schon einmal in Korea gewesen sei, was ich leider verneinen musste. Ich erzählte ihm, dass ich in Japan gewesen bin. Daraufhin berichtete der Mann, in welchen Städten Japans er schon gearbeitet hätte. Tokyo und Osaka waren dabei gewesen, Toyota und Yokohama ebenso, außerdem noch viele andere. Er sei schon in sehr vielen Ländern verschiedener Erdteile tätig gewesen – immer in unterschiedlichen Zeitabschnitten. Manchmal mehrere Wochen oder Monate, manchmal Jahre. Ich glaube, dass er sehr stolz auf seine Arbeit war und auch darauf, so viel von der Welt gesehen zu haben, was wirklich eine schöne Erfahrung sein muss.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs kamen wir dann auf seine Frau zu sprechen. Der Mann erzählte, dass sie sehr krank geworden sei. Ihm selbst gehe es gesundheitlich auch nicht so gut, aber der Zustand seiner Frau sei wirklich schlecht.
Und dann kippte die Stimmung plötzlich und der Mann wirkte ganz weinerlich.
„Wissen Sie“, sagte er mit klagender Stimme, „ich habe mein ganzes Leben immer nur gearbeitet. Auf der ganzen Welt. Und meine Frau war immer zuhause. Und jetzt…“ (er musste mit den Tränen kämpfen) „… Und jetzt ist meine Frau so schwer krank und ich hatte viel zu wenig Zeit für sie.“

Es sind manchmal die leisen Momente, die einem in Erinnerung bleiben. Die unscheinbaren Alltäglichkeiten, die einem über den Weg laufen und dann doch so lange noch nachwirken. Die Geschichte dieses Mannes, den ich gar nicht kenne und dessen Geschichte ich auch nur im Ansatz erzählt bekommen habe, bewegt mich doch noch heute.
Irgendwie finde ich sie auch stellvertretend für viele Menschen im asiatischen Raum. Natürlich arbeiten Japaner ebenso viel zu viel, auch über ihre körperlichen und psychischen Grenzen hinaus. Vielleicht findet der eine oder andere von ihnen ebenfalls zu der niederschmetternden Erkenntnis, wie es dem koreanischen Mann durch den Kopf ging, als er mit mir sprach. Wir alle sollten trotz strebsamen Arbeitens auch an uns selbst denken! Nicht nur daran, unsere Aufgaben und Pflichten zu erfüllen, immer zu funktionieren und es dem Chef und den Kollegen recht zu machen. Viele Leute muten sich einfach mehr zu, als es der Seele gut tut, denken, dass sie das mit der arbeitsbedingten Dauerüberlastung „schon irgendwie hinbekommen“ oder alles „nur im Moment und nicht für einen längeren Zeitraum“ so ist. Familie, Freunde oder einfach Freizeit werden dabei vernachlässigt. Aber hat nicht jeder das Recht, sein ganz persönliches Glück aus seinem Leben zu ziehen? – Lebensqualität eben, das ist doch das Wichtigste, was ein Leben ausmacht! Und wir haben doch nur eines davon!

(Ich weiß, der Post ist ein wenig anders als die bisherigen, aber vielleicht denkt ihr einfach mal darüber nach bei einer Tasse Tee oder so. 🙂 )


 

Something real-life or: Why all work and no play doesn’t make happy

Some time ago I had a talk with an elderly Korean man. He was maybe around 80 years old. I got into conversation with him and he told me about his life.
He had been working for a well-known technology group named Sxxxxxx and got around a lot in the world. I asked him if he came from Korea. He affirmed and asked if I have ever been to Korea, which I had to deny unfortunately. I told him, that I have been to Japan several times. According to this the man told me, in which Japanese towns he had worked before. Tokyo and Osaka he mentioned, Toyota and Yokohama also and many more. He would have been to many countries of different parts in the world – for different periods of time. Sometimes several weeks or months, sometimes years. I think, that he was very proud on his work and also because he had seen so much of the world, which really has to be a great experience.
The conversation fell upon his wife. The man told me, that she has become seriously ill. His health would also be not best, but the physical condition of his wife would be indeed bad.
And then suddenly the mood turned and the man seemed really tearful.
“You know”, he said in a lamenting voice, “I have worked my whole life – ever and only. Around the world. And my wife has been at home always. Und now…” (he was near to tears) “… And now my wife is so seriously ill and I had far too less time for her.”

Sometimes it’s the silent moments, that stay in your memory. The unremarkable everyday occurrences that come across you and then remain so long. The story of the man, whom I don’t even know and whose story I just got told to some extent, still moves me today.
Somehow I think, it’s representative for many people in Asia. Of course also Japanese are working far too much, even beyond their physical and psychological capacity. Maybe one or another also comes to the realization of what the Korean man was thinking during our talk. Besides ambitious working we all should also think of ourselves! Not only to fulfill our duties and tasks, to always “function properly” and please the boss and the collegues. Many people overtax themselves more than it is good to the soul, thinking that they will “get it right somehow” or doing everything “only at the moment and not for a longer period of time”. Family, friends or just leisure is neglected therefore.
But does not everybody has the right to earn his or her personal luck in life? – Quality of life, I think, is the most important thing that makes life worth living! And well, we just have one life!

(I know, this post is a little different to the others before, but maybe you can just think about it while drinking a cup of tea or so. 🙂 )

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