Markenwahn der Japaner – ein psychologischer Ansatz ☆ Japanese people’s brand mania – a psychological approach

Markenwahn, brand mania, Japan, 日本, Deutschland, Germany, ドイツ, crazy about brands, verrückt nach MarkenJapaner lieben Marken. Neue Sportschuhe müssen von Puma, Adidas oder Nike sein, die neue Handtasche von Louis Vitton, der Anzug am besten von Armani und Pflegeprodukte nur von Shiseido. Egal, ob Schulkind, Hausfrau oder Geschäftsmann – jeder bevorzugt grundsätzlich immer das Produkt, das Rang und Namen hat. Aber ist das nicht in Deutschland genauso?
Ja und nein. Natürlich kennt man den Begriff „Markenwahn“. Besonders bei Kindern und Jugendlichen, die immer dem neuesten Trend hinterherrennen, soll es sehr verbreitet sein – ein Grund, warum Länder wie Japan die Tradition der Schuluniformen weiterhin pflegt. Kinder, die No-Name-Produkte mit in die Schule bringen, sei es Kleidung, Schulmaterial, Elektronik oder sonst irgendetwas, werden von ihren Klassenkameraden gemobbt, so heißt es. Ist das wirklich so? Ich kann mich erinnern, dass es bei uns in der Oberschule einmal spöttische Kommentare gab, weil ein Junge vermehrt oder ausschließlich S. Oliver-Pullover trug. Es war also eher gegenteilig gelagert. Die Mitschüler fragten sich, warum der Junge immer mit den Marken-Pullis protzen wollte, ob er sich für etwas Besseres hielt oder einfach nur schlichten Geschmack besaß.
Tatsächlich muss ich zugeben, dass mir jeglicher Markenwahn total fremd ist. Ich habe ihn selbst in meiner Schulzeit nie erlebt und kann auch einfach nicht nachvollziehen, warum z.B. eine Tasche mehrere hundert oder tausend Euro kosten muss, um eine gute Handtasche zu sein und warum sie denn nicht wenigstens hübsch aussehen darf, wenn sie sich rühmt, von Louis Vitton zu sein. Warum sich so viele Frauen das Geld vom Mund absparen, um irgendwann so eine Tasche besitzen zu können, die einfach nur braun ist und ein paar Initialen trägt oder ein hässliches fantasieloses Muster oder noch nicht einmal das. Ich verstehe es einfach nicht. Jedenfalls nicht bei Produkten, die ihrem Namen oder ihrer nachgesagten Qualität nicht gerecht werden. Natürlich kann man Dinge erproben. Wenn man z.B. der Meinung ist, dass nur die Gummibären schmecken, die sich Haribo Goldbären nennen oder wenn man ausschließlich Hemden von Lacoste trägt, weil man nur in diesen nie schwitzt oder weil man z.B. diese hässliche braune Louis Vitton-Tasche einfach am absolut geilsten im Laden findet, also dann ist das für mich durchaus ein Argument. Eine Lewis-Jeans hält sicherlich auch wesentlich länger als eine von Primark und für eine Rolex benötigt man bestimmt nicht gefühlt alle paar Monate eine neue Batterie. Aber Produkte einfach nur zu mögen oder zu kaufen, weil sie teuer und bekannt sind, ist für mich vollkommen unverständlich.

Der deutsche Blick auf Markenwaren

Grundsätzlich werden mir vermutlich einige deutsche Leser an dieser Stelle zustimmen, denn obwohl es immer jene und solche Menschen gibt und am Ende jeder selbst entscheiden muss, zu welchem Kauftyp er oder sie gehört, ist der Begriff „Markenwahn“ in Deutschland doch geläufig und eher negativ besetzt. Wer zu teure Kleidung trägt, immer das neueste Smartphone haben muss oder schon wieder ein neues Auto fährt, erntet eher böse Blicke der Nachbarn, Kollegen und Bekannten. Es ist natürlich Neid im Spiel, weil viele Menschen gerne hätten, was andere sich leisten können. Da wird dann schnell mal ein Qualitätsprodukt verbal niedergemacht, weil der Frust über das fehlende Kleingeld siegt – kein so schöner Charakterzug, aber leider auch typisch deutsch: Der eine gönnt dem anderen nichts. Um es ein wenig positiver zu gestalten, könnte man anführen, dass es sicherlich auch etwas damit zu tun hat, dass Deutsche gerne ihren persönlichen Charakter zur Schau stellen, sich gerne von ihren Mitmenschen abheben wollen (z.B. durch Kleidung oder Prestige-Objekte), Individualität und eine eigene Meinung schätzen. Sie probieren neue Dinge aus, ändern ihren Geschmack, folgen Trends oder wenden sich von ihnen ab – dabei sind Nachmacher oder Nebenbuhler natürlich unerwünscht.

Die japanische Prägung

Japaner probieren auch sehr gerne aus. Das sieht man zum Beispiel an den ständig wechselnden Saison-Angeboten, die es im Jahr gibt, an Special-Editions, die nur an oder in bestimmten Orten oder Regionen erhältlich sind – doch auch hier geht es natürlich wieder um Exklusivität.
Ich denke, es hat vor allem etwas damit zu tun, wie es sich mit den Grundzügen der Gesellschaft in Japan im Gegensatz zu denen in Deutschland verhält. Während in Deutschland, wie oben erwähnt, der einzelne im Mittelpunkt steht, so ist es in Japan die Gemeinschaft. „Hast du schon gehört…? Es hat eine neue Restaurant-Kette aufgemacht.“ „Wenn du nach Deutschland gehst, musst du unbedingt Schokolade von Lindt mitbringen.“ „Panasonic ist am besten.“
Die Suche nach dem Perfekten eint sozusagen die Gemeinschaft. Alle haben das gleiche Ziel. Das ist schon in der Schule irgendwie anders. Von Anfang an wird den Kindern beigebracht, dass Leistung etwas Gutes ist. Wenn du dich anstrengst, kannst du etwas erreichen, also leg dich ins Zeug! Dabei entsteht seltsamerweise kein Konkurrenzkampf, sondern ein Miteinander, das Leistungen fördert. Die Älteren helfen den Jüngeren, die leistungsstärkeren den leistungsschwächeren Schülern. Im Gegenteil zu Deutschland, wo Schüler gehänselt werden, wenn sie gute Noten liefern oder sich artig an Regeln halten, ist in Japan das Mobbing aufgrund schlechter Noten unter Schülern ein Problem, das teils bizarre Größe annimmt, ja sogar Selbstmorde verursacht. Neben schlechten Schulnoten steht auch Andersartigkeit im Fokus von Mobbing-Attacken, die man in Japan als „Ijime“ (虐め) bezeichnet. Das ist natürlich auch kein schöner Aspekt, aber im Großen und Ganzen hält Japans Gesellschaft zusammen. Jeder versucht sein Bestes, um ein wertvolles Teil des Ganzen zu sein. Die Lernbereitschaft, sicherlich aber auch der Druck von außen durch Eltern, Lehrer, Kollegen, Vorgesetzte, Familie und Freunde, ist scheinbar größer. Die Kinder wollen später einmal so erfolgreich sein wie der Vater, der Frischling in der Firma so gut wie die älteren Kollegen. Wer es dann zu etwas gebracht hat, darf das gerne zeigen und erntet Anerkennung. Wenn ein schneller, teurer Sportwagen lautstark vorbeifährt, heißt es nicht „Was für ein Proll mit seiner Angeber-Karre!“ sondern „Oooh, was für ein tolles Auto – das würde ich auch gerne mal irgendwann fahren!“

Deutsche Geschäfte reagieren auf diesen Marken-Kauftrieb. Bei Japanern wie auch Chinesen und Russen wittern sie ein großes Geschäft, das gern mal teurer sein darf. Luxuskaufhäuser wie das Berliner KaDeWe („Kaufhaus des Westens“) fokussieren sich auch in ihrem Angebot speziell auf diese Zielgruppen. Deutsche betreten das Kaufhaus eher aus Sightseeing-Aspekten, sehen sich alles an und kaufen dann anderswo günstiger ein.
Ist das cleverer? Es ist vermutlich nur eine andere Sichtweise der Dinge. Am Ende muss jeder selber wissen, was er oder sie bevorzugt. Ich freue mich jedenfalls immer, wenn ich darlegen kann, dass auch No-Name-Schokolade sehr lecker sein kann oder die Billigmütze aus dem Internet schon jahrelang tadellos hält. Und auch Japaner lieben natürlich Schnäppchen. 😉



Japanese people’s brand mania – a psychological approach

Japanese people love brands. New sports shoes have to be by Puma, Adidas or Nike, the new handbag by Louis Vitton, the suit preferably by Armani and care products only by Shiseido. No matter if schoolchild, housewife or businessman – everyone basically prefers the product of distinction. But isn’t this the same in Germany? Yes and no. Of course people know the term “brand mania”. Especially among children and youths who run after the latest trend, it should be very common – a reason why countries like Japan still practise the tradition of school uniforms. Children who bring no-name products to school wether it is clothing, school materials, electronics or anything else, are bullied by their classmates, it is said.
Is that really true? I can remember some mocking comments about a boy in my grammar school who wore aggrandised or solely S. Oliver pullovers. So it was rather opposite. The classmates were wondering why the boy wanted to show off with the brand pullovers, if he was thinking to be a cut above the others or simply had a plain taste.
Indeed I have to admit that brand mania in any form is totally strange to me. I didn’t come across it in my school time and I really cannot understand why f.e. a handbag has to cost several hundreds or thousands of Euros to be a good handbag and why it cannot at least look nice when it’s praised to be one by Louis Vitton. Why so many women scrimp and save to own such a bag one day – a bag, which is simply brown or has only some initials on or an ugly unimaginative pattern or not even that. I cannot understand it. Well, at least not for products which cannot live up to their names or quality image. Of course you can try out things. F.e. if you believe that only gummy bears which are called “Haribo Goldbären” are tasty enough to be eaten or if you only wear shirts of Lacoste, because you never sweat in those or if f.e. you think that this ugly brown Louis Vitton bag is the absolute most awesome one in the shop, then this is absolutely an argument for me. Jeans by Lewis surely have a longer lifetime than those of Primark and for a Rolex watch you don’t need a new battery every few felt months. But to love or buy products only because they are expensive or famous, is totally absurd to me.

The German point of view regarding branded goods

Basically some German readers will join me at this point, I guess, because though there are all sorts of people and everybody has to decide on his own in the end, which buyer’s type he or she belongs to, the term “brand mania” is common and rather negative connoted. Who wears too expensive clothes, always has to possess the latest smartphone or again drives a new car, earns rather malignant glances of neighbours, colleagues and acquaintances. Of course envy is a factor since many people would like to have, what others can afford. So a quality product can soon be bashed verbally due to the frustration of the lacking necessary wherewithal – no nice character trait, but unfortunately also typical German: One person begrudges another person the air he or she breathes. To arrange it a bit more positive, you could quote the German people’s habit to self-display their personal character, the passion to mark themselves off from the fellows (f.e. through clothes or prestige items) and their appreciation of individuality and a personal opinion. They like to try new things, change their taste, follow trends or buck them – and for this reason copycats and rivals are unwanted.

The Japanese imprinting

Japanese people also like to try things. You can see this f.e. in the changing seasonal offers throughout the year, in special editions which are only avaiable in some places or areas – but also here it is again about exclusivity.
I think, it mainly has got to do with how the basic essentials of the Japanese society are constructed compared to those in Germany. While in Germany each person’s personality is the centre of attention like described above, it is the whole community in Japan. “Have you already heard…? A new restaurant chain has opened.” “If you are going to Europe, you should take chocolate of Lindt back to Japan.” “Panasonic is the best.”
The search for the perfect unifies the community in a way. Everybody has the same goal. This starts already different in schooldays somehow. Right from the start children are taught that accomplishment is something positive. If you really rack yourself, you can accomplish something, so try harder! Paradoxically this doesn’t lead to a competitive battle but to a cooperation that supports accomplishment. The older ones help the younger ones, the efficient pupils help the inefficienter ones. In opposite to Germany where pupils are bullied if they are getting good marks or behaving good according to rules, in Japan the bullying of pupils because of bad marks is a problem that grows in a bizarre way, even causing suicide in some cases. Besides bad marks also otherness is in the focus of bullying attacks, which are called “ijime” (虐め) in Japan. This is of course also no nice aspect, but overall Japan’s society sticks together. Everybody tries to do his or her best to be a valuable member of the whole. The willigness to learn, but surely also the pressure of parents, teachers, colleagues, superiors, friends and family, seems to be more entensive. Children want to be as successful as the father, the freshman in the company as good as the older colleagues. Who could achieve something finally, is welcome to show it and earns appreciation. If a fast expensive sports car is passing by loudy, there is not the comment “What a chav with his showboat / pimp mobile!” but “Oooh, what a nice car – I would also like to drive one someday!”

German shops respond to the mania for buying brand goods. Japanese as well as Chinese and Russian customers are longed for to make a big deal with, that can be a bit higher prized. Luxury department stores like the Berlin KaDeWe (“Kaufhaus des Westens”, “department store of the West”) are focused even in their product range on those target groups. Germans rather enter the building for sightseeing aspects, look around and then buy their things somewhere else for a cheaper prize.
Is this wiser? It is presumably just another point of view. In the end everybody should know himself, what he or she prefers. Anyhow I am happy if I can show that also no-name chocolate can be very tasty or that the cheapo cap from the internet keeps its impeccable condition for years. And also Japanese people love hot deals of course. 😉

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Easter Brunch at Sarotti-Höfe (Sarotti Courts) in Berlin ☆ Osterbrunch in den Sarotti-Höfen in Berlin

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On this weekend Easter is celebrated in Germany. Friday, Sunday and Monday are official holidays. Who would like to read more detailed about Easter, can have a look into my Easter post two years ago.
There I have also mentioned the Easter brunch before. Brunch is a mixture of the English words “breakfast” and “lunch” and describes a buffet of cold and warm dishes that could be served in the morning and around lunchtime. Typically you go to brunch on (late) Sunday morning. For Germans going to brunch is especially popular in Easter season, primarily on the Easter weekend. That’s why it is of course most crowded at this time and you should hurry to quickly get yourself a reservation in your favourite restaurant if you are not preparing your own brunch buffet at home within the family circle.

Going to brunch in Berlin

The brunch offers in my hometown Berlin are diverse at first glance, but often overpriced since there are more and more tourists interested into the extensive Easter breakfast.
I’m sorry to say that curse rests on my favourite brunch buffet address currently. The third consecutive year it failed for different reasons to go there. I hope, I will have the chance to tell you about it someday. Today I write about this year’s alternative:

The Sarotti-Höfe (Sarotti Courts)

Sarotti-Höfe, Sarotti Courts, chocolate factory, Schokoladenfabrik, Sarotti-Mohr, Sarotti Moor, Mehringdamm, Berlin-Kreuzberg, ベルリーン, ドイツ, Germany, DeutschlandIn Kreuzberg, a trendy district in Berlin formed by street cafés and rag shops, there exist the Sarotti-Höfe (Sarotti Courts), a complex of different buildings in red brick appearance with six courts, where from 1881 to 1921 a German chocolate factory was working under the direction of the confectioner Hugo Hoffmann. The famous chocolate brand “Sarotti” with the advertising character of the “Sarotti Moor” (or “Maure”, oldfashioned word for a black man) was created. The mascot should remind of the German colonies, but first of all attract customers through its exotic appearance. Due to the initially designed image of a servant with a dinner tray, the Moor was more and more seen as a derogatory rassistic stereotype and therefore modified to the “Sarotti Magician of senses”. After several company take-overs the brand belongs to the Belgian consortium of Baronie, the former factory building (including five house numbers), where around 1800 workers were employed in the best years, before the company moved to a more spacious location, is still located at Mehringdamm (called Belle-Alliance-Straße at that time).
Today the over 10.000 sq m flex space houses different media companies, artists, painters, craft businesses, event agencies – and a hotel with an affiliated café because what sells better in the premises of a former chocolate factory than cakes, tarts and of course chocolate!

The Café Sarotti-Höfe

Cafe Sarotti-Höfe, Cafe Sarotti Courts, Kaffeehaus, coffeehouse, Sarotti-Mohr, Sarotti Moor, Mehringdamm, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, DeutschlandWith its modest, unimaginative outer view the café offers the style of an old Berlin restaurant with interesting stylistic inconsistencies representing a modern design. The dark brown wooden counter, also functioning as the reception desk of the hotel, which is indeed no good idea, the big cake vitrine and especially the ceiling decorated with stucco work, a chandelier and courtly angel paintings offer a classical coffeehouse design. But who takes a closer look, can find one of the angels wearing sunglasses and a mp3-player or recognize that the framed picture disguises a flatscreen monitor which renders moving aquarium scenes. Since the café is relatively small for a brunch location, you will sit a bit packed between hotel guests and Berlin people. If you can’t get a seat directly in the buffet room, you will have to master your way down some stairs back to the café area with the full plate to return to your table.
Already hungry? (Unfortunately I don’t have good expressive photo material for the brunch buffet since most of the food was covered by heat storing hoods.)

Buffet in the Café Sarotti-Höfe

brunch buffet, Sonntagsbrunch, Osterbrunch, Sunday brunch, Cafe Sarotti-Höfe, Cafe Sarotti Courts, Mehringdamm, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, DeutschlandFrom Monday to Saturday, 07:00 to 12:00, there is a diverse breakfast buffet. On Sundays and holidays the breakfast offer is enlarged until 14:00. Additionally you can get warm lunch dishes and some more sweet extras, starting at 10:00. The resulting brunch buffet costs 12,00 Euro per person (6,00 Euro for children), beverages are not included.
Besides German breakfast classics (different sorts of bread and rolls, croissants, platters of various cold cuts and cheese) also English breakfast in the form of scrambled eggs with bacon, sausages and baked beans is offered. For fish lovers there is smoked salmon and mackerel as well as herring and sour pickled rollmops (herring Berlin style). Furthermore you can help yourself with different cornflakes and mueslis with fresh and dried fruits, yoghurts and sprinkles as well as marmelades, chocolate spread and peanut butter.
As lunch offers you can find goulash with spaetzle and green beans, steamed buns, chicken wings, potato röstis (potato pancakes) and minced meat balls. As a starter you can take potato salad and vegetarian antipasti. If you have a sweet tooth you can choose between pancakes with sugar beet syrup, oreo or chocolate creme mousse and Rote Grütze (berry compote dessert in sweet red sauce) with egg liqueur sauce. The final highlight is the Sarotti chocolate fountain, a fountain with liquid chocolate, in which you can dip self-arranged sticks with fruits (strawberries, melons, pineapples, grapes, bananas), cookies and mashmallows. – At least that was the brunch compilation of yesterday’s Sunday, when I went there for “Easter brunch”.

My opinion: The offer was diverse and tasty though far not as amazing as my favourite brunch address. For 12,00 Euro it is one of the low-budjet-priced brunch options in town, that can even cost 20,00 or 30,00 Euro. Who expects high-class food and great art of cooking, will surely not get one’s money’s worth but who is looking to have a tasty and rich brunch buffet for a reasonable price, should be satisfied. Unfortunately the casserole foods and waffles (both mentioned on the internet page) were missing, a Sunday roast would have been also nice. The staff had a bit difficulty to deal with the rush demand of the guests; some food was not filled up in time or again at all. But in the end it was a nice brunch buffet with an adequately value-for-money ratio. My favourite part of the brunch was definitely the chocolate fountain, whose chocolate was still comfortably liquid and smooth on the marshmallows and fruits after dipping – delicious!

Enjoy the last hours of the Easter holidays! 🙂


Osterbrunch in den Sarotti-Höfen in Berlin

An diesem Wochenende wird in Deutschland Ostern gefeiert. Der Freitag, Sonntag und Montag sind dabei gesetzliche Feiertage. Wer ausführlicher zum Thema Ostern lesen möchte, kann sich meinen Oster-Artikel von vor zwei Jahren ansehen.
Dort habe ich auch schon einmal den Osterbrunch erwähnt. Ein Brunch ist eine Mischung aus Frühstück (engl. „breakfast“) und Mittagessen (engl. „lunch“) und beschreibt ein Buffet aus warmen und kalten Speisen, die sowohl morgens, als auch mittags auf dem Tisch stehen könnten. Typischerweise geht man am (späten) Sonntagmorgen zum Brunch. Besonders beliebt ist das „Brunchen“ in Deutschland zur Osterzeit, vor allem am Osterwochenende. Daher ist es dann natürlich auch am vollsten und man sollte sich rechtzeitig um eine Reservierung in seinem Lieblingsrestaurant bemühen, wenn man nicht im Kreise der Familie zuhause ein Brunchbüffet veranstaltet.

Brunchen in Berlin

Die Brunchangebote meiner Heimatstadt Berlin sind auf den ersten Blick vielfältig, jedoch auch oft überteuert, da es mehr und mehr Touristen gibt, die sich für das ausgiebige Osterfrühstück interessieren.
Auf meiner Lieblingsadresse für das Brunchbuffet lastet leider zur Zeit ein Fluch. Schon das dritte Jahr in Folge hat es aus verschiedenen Gründen immer wieder nicht geklappt, dort einzukehren. Vielleicht habe ich irgendwann einmal die Möglichkeit, euch davon zu berichten. Heute schreibe ich daher über die diesjährige Alternative:

Die Sarotti-Höfe

In Kreuzberg, einem von Straßencafés und Trödelläden geformten Szenebezirk Berlins, liegen die Sarotti-Höfe, ein Gebäudekomplex aus mehreren Häusern in roter Backsteinoptik mit sechs Höfen, in welchem von 1881 bis 1921 eine deutsche Schokoladenfabrik unter Leitung des Konditors Hugo Hoffmann wirkte. Es entstand die bekannte Schokoladenmarke „Sarotti“ mit der Werbefigur des Sarotti-Mohren. Das Maskottchen sollte an die deutschen Kolonien erinnern, die Kunden jedoch vor allem durch seine Exotik anziehen. Aufgrund der anfänglichen Darstellung eines Dieners mit Tablett wurde der Mohr zunehmend als abwertende rassistische Sterotype gesehen und daher im Jahr 2004 zu einem „Sarotti-Magier der Sinne“ umgestaltet. Die Marke gehört seit einigen Firmenübernahmen zur belgischen Unternehmensgruppe Baronie, das ehemalige Fabrikgebäude, in welchem zu Glanzzeiten etwa 1800 Arbeiter beschäftigt waren, bevor sich die Räumlichkeiten als zu klein erwiesen, ist am Mehringdamm (damals Belle-Alliance-Straße) geblieben.
Heute beherbergen die über 10.000 qm Gewerbeflächen der fünf Hausnummern verschiedene Medienunternehmen, Künstler, Maler, Handwerksbetriebe, Eventagenturen – und ein Hotel mit angeschlossenem Café, denn was verkauft sich besser in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Schokoladenfabrik als Kuchen, Torten und natürlich Schokolade!

Das Café Sarotti-Höfe

Mit seiner schlichten, einfallslosen Außenansicht bietet das Café im Innenbereich den Anblick einer Altberliner Gaststädte mit interessanten Stilbrüchen in Richtung Moderne. Der Tresen aus dunklem Holz, an dem sich leider zusätzlich die Rezeption des Hotels befindet, was sicherlich keine so gelungene Lösung darstellt, die große Kuchenvitrine und vor allem die mit Stuck, Kronleuchter und höfischen Engelmalereien geschmückte Decke bieten klassisches Kaffeehaus-Design. Wer jedoch genauer hinsieht entdeckt, dass einer der Engel eine Sonnenbrille und einen mp3-player trägt oder dass sich im gerahmten Bild ein Flachbildschirm verbirgt, der bewegte Aquariumsszenen wiedergibt. Da das Café relativ klein für eine Brunch-Räumlichkeit ist, sitzt man ein wenig gedrängt zwischen Hotelgästen und Berliner Publikum. Wenn man nicht direkt im Buffet-Raum einen Platz bekommt, muss man leider mit dem vollen Teller ein paar Stufen hinunter in den Cafébereich meistern, wenn man sein Essen zurück an den Tisch bringt.
Schon hungrig? (Leider habe ich kein gutes aussagekräftiges Bildmaterial zum Brunchbuffet, da die meisten Speisen mit Wärmehauben abgedeckt waren.)

Buffet im Café Sarotti-Höfe

Montags bis samstags gibt es von 07:00 Uhr bis 12:00 Uhr ein vielfältiges Frühstücksbuffet. An Sonn- und Feiertagen wird das Frühstücksangebot bis 14:00 Uhr verlängert. Zusätzlich gibt es ab 10:00 Uhr warme Speisen und ein paar süße Extras dazu. Das sich daraus ergebene Brunchbuffet kostet 12,00 Euro pro Person (6,00 Euro für Kinder), Getränke sind nicht eingeschlossen.
Neben deutschen Frühstücksklassikern (verschiedene Brot- und Brötchensorten, Croissants, Aufschnittplatten mit Wurst- und Käsesorten) wird auch englisches Frühstück in Form von Rührei mit Speck, Bratwürstchen und Bohnen geboten. Für Fischliebhaber gibt es geräuchterten Lachs und Makrele sowie Hering und sauer eingelegten Rollmops (Hering nach Berliner Art). Außerdem kann man sich von verschiedenen Cornflakes und Müslis mit frischen und getrockneten Früchten, Yoghurts und Streuseln sowie Marmeladen, Schokoladen-Brotaufstrich und Erdnussbutter bedienen.
Als Mittagsangebot stehen Gulasch mit Spätzle und grünen Bohnen, Teigtaschen, Chicken Wings, Kartoffelrösti und Hackfleischbällchen auf den Tischen. Zuvor locken Kartoffelsalat und vegetarische Antipasti. Naschkatzen haben die Wahl zwischen Pancakes mit Rübensyrup, Oreo- oder Schokoladencreme und Roter Grütze (Beeren-Desssert in roter Sauce) mit Eierlikörsauce. Als krönender Abschluss lockt der Sarotti-Schokoladenbrunnen, ein Brunnen mit fließender Schokolade, in den selbst zusammengestellte Spieße aus Früchten (Erdbeeren, Melonen, Ananas, Weintrauben, Bananen), Keksen und Marshmallows getaucht werden können. – So jedenfalls das Angebot des gestrigen Sonntags, als ich zum „Osterbrunch“ dort war.

Meine Meinung: Das Angebot ist vielseitig und schmackhaft, wenn auch bei weitem nicht so gut wie meine Lieblings-Brunchadresse. Für 12,00 Euro liegt es im unteren Preis-Segment der Brunch-Angebote der Stadt, die schon mal 20,00 bis 30,00 Euro betragen können. Wer hochwertige Speisen und große Kochkunst erwartet, kommt sicherlich nicht auf seine Kosten, wer ein leckeres und reichhaltiges Brunchbuffet für einen angemessenen/günstigen Preis im Sinn hat, dürfte zufrieden sein. Gefehlt haben leider die auf der Internetseite genannten Aufläufe und Waffeln, ein Sonntagsbraten wäre auch schön gewesen. Das Personal hatte etwas Mühe dem Ansturm der Gäste gerecht zu werden; einige Speisen wurden nicht zeitnah oder gar nicht aufgefüllt. Alles in allem war es jedoch ein schönes Brunchbuffet in angemessenem Preis-Leistungs-Verhältnis. Meine besondere Leidenschaft galt vor allem dem Schokoladenbrunnen, dessen Schokolade auch nach dem Tauchen noch angenehm weich und flüssig an den Marshmallows und Früchten haftete – lecker!

Genießt die letzten Stunden der Osterfeiertage! 🙂

About the movie „Mr. Long“ (also known as „Ryu-san“) ☆ Über den Film „Mr. Long“ (auch bekannt als „Ryu-san“)

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© 2017 LIVE MAX FILM / LDH PICTURES

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Language: Japanese, subtitles: English and German

The last movie of this year’s Berlinale Film Festival for me was screened in the Haus der Berliner Festspiele (literally “house of Berlin’s festivals”) on February 19th 2017. (My reviews of the previous two movies can be found here and here.) Director Sabu told the story of the contract killer Mr. Long, who is sent from his homeland Taiwan to Japan for an assignment. When the job failed, Mr. Long tries to go into hiding. Injured and exhausted he finds shelter in an old shack. The little boy Jun presents him dressing material, clothes and some food, Mr. Long gathers the rest when he recovers. He prepares himself noodle soup like he knows it from Taiwan – and this makes a hit. Suddenly the whole neighbourhood is crazy for it and before he knows what is happening, Mr. Long stands in front of the temple with his cookshop wagon and sells his soup to the male and female fans. Though he actually doesn’t feel like making friends or eating delicious food – or does he? There is also Lily, the mother of the little boy. She also came from Taiwan, was a prostitute once and is drug-dependent now. Mr. Long gives her a cold turkey without hesitation. Maybe a normal life isn’t that bad…
But then Mr. Long and Lily are confronted with their past again.

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© 2017 LIVE MAX FILM / LDH PICTURES

Director Sabu, who has been a guest on the Berlinale Film Festival several times before and also directed “Ten no Chasuke” (engl. „Chasuke’s Journey“, Berlinale festival 2015), is known for his extraordinary ideas. With “Mr. Long” Sabu, born on November 18th 1964 in the Japanese prefecture Wakayama and originally named Hiroyuki Tanaka, presents his latest creation – a Japanese-Taiwanese-Chinese-German coproduction, starring Chen Chang, a famous actor from Taiwan.

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director Sabu,
© Berlinale website

The movie was described as a potpourri of a brutal gangster movie, an implied love story as well as an action movie with cooking scenes and slapstick passages. That’s why my expectation oriented towards the precursor of 2015, but it was indeed surpassed. The genre mixture was not bizarre or inappropriate to me, but rather gave a harmonious overall picture of a movie that tells the story of a group of outsiders with much humour and irony though still enough tragedy and seriousness to be no classical comedy movie. The pivot of humour is the serious and grumpy main character of the contract killer Long, who is drawn into a small-town idyll, that he tries to defy with all might (but passive!). With an atmospheric scenery and accustomed less dialogues (the main character says his first sentences after a felt half-hour) “Mr. Long” fits very typically into the genre of Japanese art movies (compare my definition in the Berlinale festival post), though there can also be found specific influences of director Sabu’s work. For example there is the constant change between quiet and action-packed scenes or the topic of destiny, which brings the protagonists together in this constellation in an inexplicable, again ironic, way, and which plays a central role in Sabu’s movies.

Rememberable is also a shock element towards the end of the movie which illustrates how serious Sabu is also dealing with the topics violence, prostitution and drug dependence. The well done dramatic realization of Lily’s reluctant two-faced presence as a loving mother on the one hand and a washed-up junkie on the other hand of the Taiwanese female main actor Yiti Yao (also: Yi Ti Yao) should also not go unmentioned.
Happy ending or no happy ending – or maybe a bit? That won’t be disclosed at this point. Who would like to know, is supposed to see the movie – my most warmly recommendation. “Mr. Long” – only surpassed by the lightness and heartiness of Ogigami’s narrative style in “Close-Knit” and at root equal with it – wins my second place by a hairsbreadth among the three watched movies on the Berlinale festival 2017.

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Link to the Berlinale website (engl.)


Über den Film „Mr. Long“ (auch bekannt als „Ryu-san“)

Sprache: Japanisch, Untertitel: Englisch und Deutsch

Der letzte Film der diesjährigen Berlinale fand für mich am 19.02.2017 im Haus der Berliner Festspiele statt. (Meine Beschreibungen der beiden vorangegangenen Filme sind hier und hier zu finden.) Regisseur Sabu erzählte die Geschichte des Auftragskillers Mr. Long, der aus seiner Heimat Taiwan für einen Auftrag nach Japan gesandt wird. Als der Job misslingt, versucht Mr. Long unterzutauchen. Verletzt und entkräftet findet er in einer alten Baracke Unterschlupf. Der kleine Junge Jun bringt ihm Verbandszeug, Kleidung und ein paar Lebensmittel, den Rest sucht sich Mr. Long selbst zusammen, als er wieder zu Kräften kommt. Er kocht sich Nudelsuppe, wie er sie aus Taiwan kennt – und das kommt gut an. Plötzlich wird die ganze Nachbarschaft verrückt danach und ehe sich Mr. Long versieht, steht er schon mit einem Garküchenwagen vor dem Tempel und verkauft seine Suppe an die männlichen und weiblichen Fans. Dabei ist ihm eigentlich so gar nicht nach Freundschaften und gutem Essen zumute – oder etwa doch? Da wäre auch noch Lily, die Mutter des kleinen Jungen. Sie stammt ebenfalls aus Taiwan, war früher Prostituierte und ist jetzt drogenabhängig. Mr. Long verpasst ihr kurzerhand einen kalten Entzug. Vielleicht ist ein normales Leben doch gar nicht so schlecht…
Doch dann werden Mr. Long und Lily von der Vergangenheit eingeholt.

Regisseur Sabu, der bereits mehrfach auf der Berlinale vertreten war und u.a. auch bei „Ten no Chasuke“ (engl. „Chasuke’s Journey“, Berlinale 2015) Regie geführt hatte, ist für außergewöhnliche Einfälle bekannt. Mit „Mr. Long“ präsentiert der, am 18.11.1964 in der japanischen Präfektur Wakayama geborene Sabu (mit bürgerlichem Namen Hiroyuki Tanaka) sein neuestes Werk – eine japanisch-taiwanesisch-chinesisch-deutsche Koproduktion, in welcher der in Taiwan bekannte Schauspieler Chen Chang die Hauptrolle spielt.
Der Film wurde als bunte Mischung aus brutalem Gangsterfilm, angedeuteter Liebesgeschichte und Actionmovie mit Kochszenen und Slapstick-Einlagen beschrieben. Meine Erwartung orientierte sich daher am Vorgänger von 2015, wurde jedoch sogar übertroffen. Der Genre-Mix erschien mir dabei nicht grotesk oder unpassend, sondern ergab ein sehr stimmiges Gesamtbild eines Films, der mit viel Witz und Ironie die Geschichte einer Gruppe von Außenseitern erzählt und doch soviel Tragik und Ernsthaftigkeit besitzt, um keine klassische Komödie zu sein. Zentraler Angelpunkt des Humors ist dabei die ernste und mürrische Hauptfigur des Auftragkillers Long, der in eine Kleinstadtidylle gezogen wird, der er sich mit aller Macht (jedoch passiv!) zu widersetzen versucht. Mit stimmungsvoller Kulisse und gewohnt wenig Dialogen (die ersten Sätze spricht die Hauptfigur nach einer gefühlten halben Stunde) passt „Mr. Long“ sehr typisch ins Genre der japanischen Kunstfilme (vergleiche meine Definition im Berlinale-Artikel), wenngleich sich unverkennbare Einflüsse des Regisseurs Sabu finden. Da wäre zum Einen der stete Wechsel zwischen ruhigen und actionreichen Szenen, zum anderen das Thema des Schicksals, das die Protagonisten auf unerklärbare, wiederum ironische Weise zu dieser Konstellation zusammenbringt und eine wichtige Rolle in Sabus Filmen einnimmt.
Erinnerlich bleibt auch ein unerwartetes Schock-Element gegen Ende des Films, welches deutlich macht, dass Sabu sich mit den Themen Gewalt, Prostitution und Drogenabhängigkeit durchaus ernsthaft auseinandergesetzt hat. Die gute schauspielerische Umsetzung des wider Willen zwiegespaltenen Auftrittes Lilys als liebevolle Mutter einerseits und abgewracktem Junkie auf Entzug andererseits der taiwanesischen weiblichen Hauptdarstellerin Yiti Yao (auch: Yi Ti Yao) sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben.
Happy End oder kein Happy End – ein bisschen vielleicht? Das wird an dieser Stelle nicht verraten. Wer es wissen will, dem sei der Film wärmstens ans Herz gelegt. „Mr. Long“ – nur geschlagen durch die Leichtigkeit und Herzlichkeit der Erzählweise von Ogigamis „Close-Knit“ und im Grunde diesem ebenbürtig – erhält von mir einen knappen zweiten Platz in der Runde der drei gesehenen Berlinale-Filme 2017.

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About the movie “Karera ga Honki de Amu toki wa” (Close-Knit) ☆ Über den Film „Karera ga Honki de Amu toki wa“ (Close-Knit)

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© Berlinale (please enlarge for better quality ☆ für bessere Qualität bitte vergrößern)

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language: Japanese, subtitles: English

The second movie on the Berlinale Film Festival (see my previous movie review post and the introduction about the Berlinale 2017), that I saw on February 15th 2017 in the Zoo Palast cinema was my favourite in the preselection and as things turned out indeed my favourite movie for this year.
“Karera ga Honki de Amu toki wa” by the director Naoko Ogigami in the category Panorama Special is about the eleven-year-old Tomo, who lives together with her less caring single mother. When Tomo’s mother shows up at home, she is drunk. Dirty laundry and dishes are piled up in the apartment, a lovingly selfmade warm lunch dish is something that Tomo has never seen. One day Tomo’s mother doesn’t even come home anymore and the girl has to move again to her uncle Makio. He has found a life partner meanwhile, who is living with him. Tomo is shocked at first when she is told that Rinko, her uncle’s girlfriend, used to be a man in th past, but Rinko’s caring nature dispels Tomo’s scepticism soon. With Makio and Rinko together Tomo can lead a real family life with homemade food, excursions and an emotional security that she was always wishing for.
But Rinko is also subjected to the hostilities of her fellow humans. As a transgender it is not always easy for her – and also Tomo is starting to notice it soon.

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With “Karera ga Honki de Amu toki wa” (English title: “Close-Knit”) Naoko Ogigami, born 1972 in the Japanese prefecture Chiba, attended the Berlinale Film Festival for the fourth time. Her movies often offer unusual topics, but also the dealing with new situations or a new environment is a key element in her works.
Emotionally the director Naoko Ogigami tells the story of Rinko, with retrospects into the past and how it changes Tomos life. The image of Rinko as transgender is very authentic, not corny or cliché-laden. Who expects sort of a funny comedy movie “man in women’s clothes” with a drag queen imagination, will be disappointed; Ogigami treats the subject markedly respectable and without lecturing.

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© Berlinale

With a positive basic attitude, merriment and easiness Ogigami is leading through the movie. The audience member can witness the approaching of Tomo and Rinko in all stages. Cheerful and oppressive moments are moulding a lifelike profile of the cohabitation of an unusual family. The collective working on a knitting project – Rinko’s construct as anger management training and method for coping with the past – is binding the family of choice together. “Karera ga Honki de Amu toki wa” (in English literally “When they knit seriously”) imparts values which might not be as natural in Japan yet as they are in other countries, like f.e. the acceptation of otherness, love with no boundaries such as gender segragation or the concept of unconventional but happily functioning families.
The only blemish in my opinion: The ending. Unfortunately I cannot explain this point in more detail unless revealing too much and making people unhappy who would like to watch the movie themselves.
Who has already seen the movie or who can deal with a (decisive!) spoiler, is welcome to read the following lines. All others should skip this passage and continue afterwards:

SPOILER-START:
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For me the ending of Close-Knit is unthinkable since it contradicts the basic messages of the movie. These are at least in my opinion:
1. A family arises from the solidarity and affection towards each other. It is not necessarily blood-related to be able to exist.
2. Being a transgender does not mean to be abnormal; it is a sad destiny but can have a good ending.
3. A transgender-woman has the right to feel like a full-value woman and to be treated like one in her character and role.
All these messages and the above mentioned values, which are imparted through the movie are in my opinion called into question by this ending. Because Tomo is moving back to her mother, Rinko loses her hope for a “normal life” as a mother. It seems as if the director gives clearly priority to the blood-related motherhood as an unalterable fact. Rinko cannot fulfill this. Her role as a woman reaches its boundaries.
For me this is a shocking and unjust ending. I was hoping for a human and symbolic ending of Tomo being entitled to stay with her family of choice. Uncle Makio and Rinko would have married and adopted Tomo (like Rinko was hoping for since the first days with her), the biological but careless mother would have got the right of access to see her daughter whenever she wants. So everyone would have been satisfied and Tomo could have grown up protected.
An explanation attempt to the ending of the director might be for me: Maybe Ogigami wanted to express, that you cannot choose your family. Sometimes it is easy, sometimes difficult, sometimes you can get along and sometimes you cannot so well, but you will have no other option than to come to terms with each other. In the end the family members stick together because they are related. You should learn from your mistakes and do it better like it is the responsibility of Tomo’s mother. You can also learn from your environment. Tomo has learned a lot from her uncle and Rinko. Now she knows what she wants her mother to be like and what she can demand (the mother’s role is taken very seriously in Japan). She has reduced her own prejudices and will inspire other people with her new open-minded point of view.
Nevertheless Ogigami’s ending is incomprehensible for me – the movie as a whole therefore very powerful!
SPOILER-ENDING
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from left to right:
Kenta Kiritani, Naoko Ogigami, Rinka Kakihara, Toma Ikuta, © Berlinale

All in all Close-Knit has taken my first place. 🙂 The movie convinces by grand emotions, beautiful pictures of this very special family’s daily life (like in many Japanese movies, food is of particular importance 😉 ), an exciting story and authentic characters.

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left to right (in the middle): Naoko Ogigami, Toma Ikuta, Kenta Kiritani, Rinka Kakihara

Many other audience members seemed to think the same. After the screening there was loud applause in the cinema hall. For the three attendant main actors Rinka Kakihara (Tomo), Toma Ikuta (Rinko) and Kenta Kiritani (uncle Makio) a whole Japanese fanclub seemed to have made a journey to Germany, sitting in the first rows. Even before the three and director Naoko Ogigami were asked to come to stage, countless mobile photos were made.
The little Rinka Kakihara had even prepared her sentences to the audience in German! The director Ogigami, who coincidentally was a birthday child on the day of the screening, was presented a bunch of flowers in a hurry – an interview as a debriefing was unfortunately not given since the hall had to be vacated due to the following movie screening.

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Naoko Ogigami with the Teddy Award, © Berlinale

Therefore I should answer some questions about the movie for a Japanese TV team. 0.0° When I left the cinema building, someone suddenly placed a microphone under my nose. Until now there was nothing broadcasted yet. Maybe I was taken out among the many people who were interviewed. – Or because I criticized the ending. 😛
Anyway, Close-Knit is still my winner for 2017!
By the way the movie won the this year’s special price of the Teddy Award jury.

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Über den Film „Karera ga Honki de Amu toki wa“ (Close-Knit)

Sprache: Japanisch, Untertitel: Englisch

Der zweite Berlinale-Film (siehe meinen vorigen Filmbeschreibungsbeitrag und die Vorstellung der Berlinale 2017), den ich am 15.02.2017 im Zoo-Palast, ansah, war mein Favorit in der Vorauswahl und wie sich später herausstellte auch tatsächlich mein Lieblingsfilm für dieses Jahr.
„Karera ga Honki de Amu toki wa“ von der Regisseurin Naoko Ogigami in der Kategorie Panorama Special handelt von der elfjährigen Tomo, die mit ihrer alleinerziehenden, wenig fürsorglichen Mutter zusammenlebt. Wenn Tomos Mutter sich mal zuhause blicken lässt, ist sie betrunken. Dreckige Wäsche und Geschirr stapeln sich in der Wohnung, ein liebevoll zubereitetes warmes Mittagessen hat Tomo noch nie gesehen. Eines Tages kommt Tomos Mutter überhaupt nicht mehr nach Hause und so muss das Mädchen wieder zu ihrem Onkel Makio ziehen. Der hat inzwischen eine Lebenspartnerin gefunden, die bei ihm wohnt. Tomo ist zunächst geschockt, als sie erfährt, dass Rinko, die Freundin ihres Onkels, früher einmal ein Mann war, doch Rinkos fürsorgliche Art vertreibt Tomos Skepsis schnell. Mit Makio und Rinko kann Tomo ein richtiges Familienleben führen mit hausgemachtem Essen, Ausflügen und einer Geborgenheit, die sie sich immer gewünscht hat.
Doch Rinko ist auch den Anfeindungen ihrer Mitmenschen ausgesetzt. Als Transgender hat sie es nicht immer leicht – und das bekommt auch Tomo bald zu spüren.

Mit „Karera ga Honki de Amu toki wa“ (englischer Titel: „Close-Knit“) nahm die 1972 in der japanischen Präfektur Chiba geborene Regisseurin Naoko Ogigami zum vierten Mal an der Berlinale teil. Ihre Filme behandeln oft ungewöhnliche Themen aber auch der Umgang mit neuen Situationen oder einer neuen Umgebung sind ein zentrales Element ihrer Werke.
Gefühlvoll erzählt die Regisseurin Naoko Ogigami die Geschichte Rinkos mit Rückblicken in die Vergangenheit und wie sie Tomos Leben verändert. Das Bild von Rinko als Transgender wirkt dabei sehr authentisch und nicht kitschig oder klischeebeladen. Wer eine Art witzige Komödie „Mann in Frauenkleidern“ mit einer Drag Queen-Vorstellung erwartet, wird herb enttäuscht; Ogigami behandelt das Thema ausgesprochen seriös und doch ohne zu Belehren.
Mit einer positiven Grundeinstellung, Heiterkeit und Leichtigkeit führt Ogigami durch den Film. Der Zuschauer kann die Annäherung von Tomo und Rinko in allen Phasen miterleben. Heitere und bedrückende Momente formen einen lebensechten Querschnitt aus dem Zusammenleben einer ungewöhnlichen Familie. Das Arbeiten am gemeinsamen Strickprojekt – Rinkos Konstrukt als Antiaggressionstraining und Maßnahme zur Vergangenheitsbewältigung – schweißt die Wahl-Familie immer enger zusammen.
„Karera ga Honki de Amu toki wa“ (zu deutsch wörtlich: „Wenn sie ernsthaft stricken“) vermittelt Werte, die in Japan vielleicht noch nicht so selbstverständlich sind wie in anderen Ländern, z.B. die Anerkennung von Andersartigkeit, Liebe, die keine Grenzen wie Geschlechtertrennung kennt oder das Konzept von unkonventionellen, aber glücklich funktionierenden Familien.
Einziger Makel meinerseits: Das Ende. Leider kann ich diesen Punkt nicht weiter erläutern ohne den Leuten, die sich diesen Film noch ansehen möchten, zuviel zu verraten.
Wer den Film bereits gesehen hat oder mit einem (entscheidenen!) Spoiler zurechtkommt, kann sich die folgenden Zeilen gerne durchlesen. Alle anderen sollten den Absatz überspringen und danach wieder einsteigen:
SPOILER-BEGINN:
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Für mich ist das Ende von Close-Knit ein undenkbares, da es im absoluten Widerspruch zu den grundlegenden Aussagen des Films steht. Diese sind zumindest meiner Meinung nach:
1. Eine Familie entsteht durch den Zusammenhalt und die gegenseitige Zuneigung. Sie muss nicht blutsverwandt sein, um existieren zu können.
2. Ein Transgender zu sein bedeutet nicht, abartig zu sein, sondern ist ein trauriges Schicksal, das aber einen guten Ausgang haben kann.
3. Eine Transgender-Frau hat das Recht, sich als vollwertige Frau zu fühlen und auch so in ihrer Person und Rolle wahrgenommen zu werden.
All diese Aussagen und die o.g. Werte, die der Film vermittelt, werden meines Erachtens durch das Ende infrage gestellt. Dadurch dass Tomo zu ihrer Mutter zurückkehrt, verliert Rinko die Hoffnung auf ein „normales Leben“ als Mutter. Es wirkt, als würde die Regisseurin die blutsverwandte Mutterschaft als unabdingbar in den Vordergrund stellen. Rinko kann dem nicht gerecht werden. Ihre Rolle als Frau gerät hier an ihre Grenzen.
Für mich ist dieses Ende schockierend und ungerecht. Ich hätte mir menschlich und symbolisch ein Ende erhofft, bei dem Tomo bei ihrer Wahl-Familie bleiben darf. Onkel Makio und Rinko hätten geheiratet und Tomo adoptiert (so wie es Rinko sich auch schon bald erhofft hatte), die leibliche, aber versorgungsunfähige Mutter hätte ein Besuchsrecht erhalten und ihre Tochter jederzeit sehen können. So wäre allen geholfen gewesen und Tomo hätte glücklich und behütet aufwachsen können.
Ein Erklärungsansatz zum Ende der Regisseurin wäre meinerseits: Vermutlich wollte Ogigami zum Ausdruck bringen, dass man sich die Familie eben nicht aussuchen kann. Manchmal ist es leicht, manchmal schwer, mal kommt man zurecht und manchmal läuft es nicht so gut, aber es bleibt einem eben nichts anderes übrig als sich mit den anderen Familienmitgliedern zu arrangieren. Letztendlich hält man zusammen, weil man verwandt ist. Man sollte versuchen aus seinen Fehlern zu lernen und es besser zu machen so wie es die Aufgabe von Tomos Mutter ist. Lernen kann man auch durch die eigene Umgebung. Tomo hat von ihrem Onkel und Rinko eine Menge gelernt. Sie weiß jetzt auch, was sie von ihrer Mutter möchte und was sie einfordern kann (die Mutterrolle wird in Japan sehr ernst genommen). Sie hat eigene Vorurteile abgebaut und wird mit ihrer neuen offenen Sichtweise auch andere Leute inspirieren.
Trotzdem ist mir Ogigamis Ende unverständlich – der Film als Ganzes jedoch ausgesprochen überzeugend!
SPOILER-ENDE
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Alles in allem hat sich Close-Knit meinen ersten Platz erobert. 🙂 Der Film gewann durch große Gefühle, wunderschöne Bilder aus dem Alltag dieser ganz besonderen Familie (wie in vielen japanischen Filmen kam auch dem Essen wieder eine besondere Bedeutung zu 😉 ), einer spannenden Story und authentischen Charakteren.

Das fanden wohl auch viele der anderen Kino-Besucher. Nach der Vorführung gab es großen Applaus im Saal. Für die anwesenden drei Hauptdarsteller Rinka Kakihara (Tomo), Toma Ikuta (Rinko) und Kenta Kiritani (Onkel Makio) schien ein ganzer japanischer Fanclub angereist zu sein, der die ersten Reihen des Saales belegte. Noch bevor die drei und Regisseurin Naoko Ogigami nach vorne gebeten wurden, kamen unzählige Handy-Kameras zum Einsatz.
Die kleine Rinka Kakihara hatte die Sätze, die sie ans Publikum richten wollte, sogar auf Deutsch gelernt! Die Regisseurin Ogigami, die zufälligerweise genau an diesem Tag der Vorführung Geburtstag hatte, erhielt noch schnell einen Blumenstrauß – ein Interview als Nachbesprechung gab es leider nicht, da der Saal wegen des nachfolgenden Filmes geräumt werden musste.
Dafür sollte ich ein paar Fragen zum Film für das japanische Fernsehen beantworten. 0.0° Als ich das Kino verließ, hielt man mir plötzlich ein Mikrofon unter die Nase. Zu sehen war bisher jedoch noch nichts. Vielleicht wurde ich unter den vielen anderen Befragten auch herausgeschnitten. – Oder, weil ich das Ende bemängelt habe. 😛
Egal, Close-Knit bleibt mein Sieger für 2017!
Der Film gewann übrigens den diesjährigen Spezial-Preis der Teddy Award-Jury.

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About the movie “Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da” (The Tokyo Night Sky Is Always the Densest Shade of Blue) ☆ Über den Film „Yozora ha itsu demo…“

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© Berlinale

language: Japanese, subtitles: English

My this year’s Berlinale experience started with the above title by Yuya Ishii from the category Forum at CineStar 8 in the Sony Center at Potsdamer Platz.
“Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da” is about the nurse Mika, who works in a girls’ club in the evenings to get some extra money and Shinji, a young construction worker, who is blind on one eye. The protagonists, feeling both lonely and having the same way of looking at things, coincidentally cross each other’s path again and again in the metropolis of Tokyo until they can’t help listening to each other.
Director Yuya Ishii, born 1983 in the Japanese prefecture Saitama and now living in Japan’s capital himself, describes the psychic life of two outsiders who are viewing the vivid, pleasure-seeking Tokyo from a different angle. It is the question about the sense (of life) on days which are imbued with hard work, shortage of money and pointless parties of empty people – days that recur and recur, resembling the previous one. Like two awake persons among all others sleeping, Mika and Shinji are looking into the daily grey truth of the working class: A society of young Japanese adults, who almost don’t have a perspective, who are only functioning instead of living and don’t have dreams anymore.
Despite the pessimistic basic attitude that embraces the whole movie, there is also a flicker of hope and soon a question appears that is already couched so well in the summary of the Berlinale website: Is it also possible to live loneliness together?

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© Berlinale

For me the movie was a well-made prelude to the Berlinale festival 2017. With beautiful metaphors like the blue fullmoon, the half blind Shinji, who can still see more than most other people or the airship in the sky, which nobody seems to notice in the daily hurly-burly besides Mika, Yuya Ishii ornaments the almost documentary narration about the hard life in the metropolis of Tokyo. According to Ishii most young people in Tokyo these days feel similar like Mika’s turtle supposably does: On the one hand all life’s essentials are given, on the other hand they feel constricted and without prospects. For all those of you, who like to see Japanese everyday life and cast a glance at Japan’s society as well as seeing behind the curtain of Tokyo’s glitter world, Yuya Ishii’s movie offers good material.

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Yuya Ishii, © Berlinale

The poems mentioned in the summary, which occur in the form of interior monologues of the protagonist Mika, bestow a poetic expression upon the movie. – As told thoughts they never appear disturbing or misplaced. The works were created by the lyricist Tahi Saihate, born 1986 in Kobe, who has already obtained various awards for her modern lyric poetries. The poems of the collection “Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da” served as an inspiration for director Ishii’s movie with the same title.
Also a street musician’s song, which you can hear the same passage of again and again, is slowely memorized in the audience member’s brain as a catchy song. ^^°
“Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da” is a very quiet movie that tells its story in words and images, an elaborate storyline is unfortunately not given. Who dislikes that, I mean, who expects to see a progressive, developing story, should not even start watching this movie. Lovers of atmospheric movies again get their money’s worth.
The movie was, as mentioned earlier, a good start for this year’s Berlinale festival: Very good, but still increasable. It whetted my appetite for more Berlinale feeling.

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in the middle: Sosuke Ikematsu, Shizuka Ishibashi and Yuya Ishii

Following the movie the attendant young-director Yuya Ishii as well as the two main actors Shizuka Ishibashi (Mika) and Sosuke Ikematsu (Shinji) were asked to enter the stage for an interview. But there could not be elicited much of them… Sosuke Ikematsu was hoping for a great success of the movie in Japan, Shizuka Ishibashi multiply emphasized that it was her first real role and the director actually wanted the movie to speak for itself. Too bad, maybe a bit promotion would have been a good idea – but that’s how artists are like… 😀

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Über den Film „Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da“
(The Tokyo Night Sky Is Always the Densest Shade of Blue)

Sprache: Japanisch, Untertitel: Englisch

Mit dem obigen Titel von Yuya Ishii aus der Kategorie Forum startete mein diesjähriges Berlinale-Erlebnis im CineStar 8 des Sony-Centers am Potsdamer Platz.
In „Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da“ geht es um die Krankenschwester Mika, die abends in einem Girls’-Club arbeitet, um sich etwas dazu zu verdienen und Shinji, einen jungen Bauarbeiter, der auf einem Auge blind ist. Die beiden Protagonisten, die sich beide einsam fühlen und ihre eigene Sicht auf die Welt haben, laufen sich zufälligerweise immer wieder in der Großstadtmetropole Tokyo über den Weg bis sie gar nicht anders können, als sich gegenseitig zuzuhören.
Regisseur Yuya Ishii, 1983 in der japanischen Präfektur Saitama geboren und jetzt selbst in Japans Hauptstadt lebend, beschreibt das Seelenleben zweier Außenseiter, die das lebhafte, vergnügungssüchtige Tokyo aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Es ist die Frage nach dem Sinn an Tagen, die von schwerer Arbeit, Geldnot und sinnlosen Partys inhaltsloser Menschen geprägt sind – Tagen, die immer wiederkehren und einander gleichen. Wie zwei Wache unter allen anderen, die schlafen, sehen Mika und Shinji in die tägliche graue Wahrheit der Arbeiterklasse: Eine Gesellschaft von jungen japanischen Erwachsenen, die kaum eine Perspektive haben, die nur noch funktionieren statt zu leben und keine Träume haben.
Trotz der pessimistischen Grundeinstellung, die sich durch den Film zieht, ist auch ein kleiner Hoffnungsschimmer erkennbar, und es kommt sehr bald die Frage auf, die die Inhaltsangabe der Berlinale-Seite schon so treffend formuliert: Kann man Einsamkeit auch gemeinsam leben?

Für mich war der Film ein gelungener Auftakt zur Berlinale 2017. Mit schönen Metaphern wie dem blauem Vollmond, dem halbblindem Shinji, der immer noch mehr als die meisten anderen Menschen sehen kann oder dem Zeppelin am Himmel, den im Alltagsrummel außer Mika zunächst niemand zu bemerken scheint, schmückt Yuya Ishii die fast schon dokumentarische Erzählung über das harte Leben in der Metropole Tokyo. Laut Ishii geht es den meisten jungen Menschen in Tokio heute so ähnlich, wie sich Mikas Schildkröte fühlen muss: Auf der einen Seite ist alles Lebensnotwendige da, auf der anderen Seite fühlen sie sich eingeengt und perspektivlos. Für alle, die gerne japanischen Alltag sehen und einen Blick in die Gesellschaft Japans und hinter die Fassade der Glitzerwelt Tokios werfen, bietet der neue Film von Yuya Ishii gutes Material.
Die in der Inhaltsangabe genannten Gedichte, die in Form von inneren Monologen der Protagonistin Mika auftreten, verleihen dem Film einen poetischen Ausdruck. – Als vorgetragene Gedanken wirken sie niemals störend oder deplatziert. Die Werke stammen von der 1986 in Kobe geborenen Lyrikerin Tahi Saihate, die schon mehrfach Auszeichnungen für ihre moderne Lyrik erhalten hat. Die Gedichte lieferten Regisseur Ishii die Inspiration für seinen gleichnamigen Film.
Auch das Lied einer Straßenmusikerin, von welchem immer wieder die gleiche Passage zu hören ist, geht dem Zuschauer langsam als Ohrwurm ins Gedächtnis über. ^^°
„Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da“ ist ein sehr ruhiger Film, der mithilfe von Worten und Bildern erzählt, einen ausgefeilten Handlungsstrang hat er leider nicht. Wen das stört, d.h., wer eine fortlaufende, sich entwickelnde Geschichte sehen will, sollte sich den Film besser gar nicht erst ansehen. Liebhaber von Atmosphäre-Filmen kommen jedoch mal wieder auf ihre Kosten.
Der Film war wie gesagt ein guter Start zur diesjährigen Berlinale: Sehr gut, aber dennoch steigerungsfähig. Er machte Lust auf mehr Berlinale-Feeling.

Im Anschluss an den Film wurden der anwesende Jung-Regisseur Yuya Ishii sowie die beiden Hauptdarsteller Shizuka Ishibashi (Mika) und Sosuke Ikematsu (Shinji) zum Interview nach vorne gebeten. Zu Entlocken war ihnen jedoch nicht allzu viel. Sosuke Ikematsu hoffte auf einen großen Erfolg des Films in Japan, Shizuka Ishibashi betonte mehrfach, dass es ihre erste große Rolle sei und der Regisseur wollte lieber den Film für sich sprechen lassen. Schade, dabei hätte etwas Werbung sicherlich gut getan – aber so sind sie eben, die Künstler… 😀

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The Berlinale Film Festival 2017 ☆ Die Berlinale 2017

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Berlinale, international film festival Berlin, Internationale Filmfestspiele Berlin, ベルリーン国際映画祭, internationales Kino, international cinema, ベルリン, ドイツ, Germany, 2017, BärenlogoFrom February 9th to 19th there was the 67th Berlinale in Berlin. The event that is actually called “Internationale Filmfestspiele Berlin” (International Film Festival Berlin) by full name and which takes place annually since 1951, is one of the most important in the film industry besides the one in Cannes and Venice.
Approximately 400 movies of different genres, running times and formats participate in the various categories of the contest. In fact most of them are world or Europe premieres. In the end the best movies of the main category are rewarded with the Golden Bear and Silver Bears by an annually changing jury. Additionally the best direction, the best female actor, the best male actor, the best script and an outstanding artistic accomplishment among the topics camera, editing, music, costume or set design is chosen to get a Silver Bear.

Berlinale, international film festival Berlin, Internationale Filmfestspiele Berlin, ベルリーン国際映画祭, internationales Kino, international cinema, ベルリン, ドイツ, Germany, 2017, promotion posterBesides the main category “Wettbewerb” (Competition), that usually contains about 20 movies, there are some more categories and sub-categories like f.e. the “Forum” for politically active cinema, the “Panorama” with rather social topics like f.e. homosexuality or “Berlinale Shorts”, which is made for short films. The category “Generation” is focused on children and youths and is also judged by them in two sub-categories. The Generation topics are well-chosen to be sophisticated and broading one’s mind.

All in all the procedure with the many categories, sub-categories, juries, prices and special prices, that are partly official, partly given by foundations and associations autonomously, is quite complicated and confusing for the laypeople. Nevertheless the Berlinale is known to be very public oriented, offering many public screenings for private cinema guests additional to the ones for the accredited visitors. So the Berlinale is also getting more popular among the international press. Last year there participated 3.804 journalists from 86 countries in the festival. The total amount of cinema attendances was 503.900 and 335.986 tickets were sold.

Since I’m not principally interested in big prizes and awards, celebrities and world fame, the Berlinale first moved into my field of interest through the discovery of Asian, especially Japanese, “art movies”.
Referring to my previous movie description I repeat the definition of my self-created genre again in other words:
“Art movies” or “Arte movies” (named after the German French TV channel Arte) in my eyes are productions that have a slowely narrative style and are focused on descriptions of interpersonal relations or situations as well as the atmosphere of a movie. Pictures, mood and imagery is valued, dialogues are often used minimalist. The content, that means an evolving story, comes in second place. Sometimes it is also a steady snapshot in time. “Art movies” are definitely no mainstream productions and have a rather artistic, aesthetic and often cultural informed character.
Can you understand what sort of movies I am talking about? ^^°

Berlinale, international film festival Berlin, Internationale Filmfestspiele Berlin, ベルリーン国際映画祭, internationales Kino, international cinema, ベルリン, ドイツ, Germany, 2017, Berlinale logoSince the 1980’s and 1990’s the Asian film industry gains more and more influence on the Berlinale festival. Also in this year there were five Korean, six Chinese, seven Taiwanese and twelve Japanese movies among others – including those which don’t play in their countries, coproductions and sort of that. This year three Japanese movies allured me to go to cinema and I would like to tell you more about them in the following posts:

Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da
(The Tokyo Night Sky Is Always the Densest Shade of Blue)
by Yuya Ishii (2017)
category Forum

Karera ga Honki de Amu toki wa
(Close-Knit)
by Naoko Ogigami (2017)
category Panorama Special

Mr. Long
by Sabu (2017)
category Wettbewerb (Competition)

Berlinale, international film festival Berlin, Internationale Filmfestspiele Berlin, ベルリーン国際映画祭, internationales Kino, international cinema, ベルリン, ドイツ, Germany, 2017, Berlinale ticketWill you join me?


Die Berlinale 2017

Vom 09. bis 19. Februar fand dieses Jahr die 67. Berlinale in Berlin statt. Die Veranstaltung, die mit vollem Namen eigentlich „Internationale Filmfestspiele Berlin“ heißt und seit 1951 jährlich stattfindet, ist neben denen in Cannes und Venedig eine der wichtigsten der Filmbranche.
Etwa 400 Filme verschiedener Genres, Längen und Formate nehmen in unterschiedlichen Kategorien am Wettbewerb teil. Dabei handelt es sich überwiegend um Welt- oder Europapremieren. Am Ende werden die besten Filme der Hauptkategorie von einer jährlich wechselnden Jury mit dem Goldenen Bären sowie den Silbernen Bären prämiert. Zudem wird die beste Regie, die beste Darstellerin, der beste Darsteller, das beste Drehbuch und eine herausragende künstlerische Leistung aus den Themengebieten Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design mit einem Silbernen Bären gekürt.

Neben der Hauptkategorie Wettbewerb, bei der etwa 20 Filme zur Auswahl stehen, gibt es noch einige weitere Kategorien und Unterkategorien wie z.B. das Forum für politisch engagiertes Kino, das Panorama mit inhaltlich eher gesellschaftlichen Themen wie beispielsweise Homosexualität oder Berlinale Shorts, welches Kurzfilme aufgreift. Die Kategorie Generation richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche und wird auch in zwei Unterkategorien von diesen bewertet. Die Generation-Themen sind dabei bewusst anspruchsvoll und horizonterweiternd gewählt.
Insgesamt ist das Prozedere mit den vielen Kategorien, Unterkategorien, Juries, Preisen und Sonderpreisen, das teils offiziell, teils in Eigenregie von Stiftungen und Vereinigungen durchgeführt wird, für den Laien recht kompliziert und unübersichtlich. Dennoch hat die Berlinale den Ruf, sehr publikumsgerecht zu sein, indem sie neben den Veranstaltungen für akkreditierte Fachbesucher auch viele öffentliche Vorstellungen für private Kinobesucher anbietet. So wird die Berlinale auch bei der internationalen Presse immer beliebter. Allein im letzten Jahr nahmen 3.804 Pressevertreter aus 86 Ländern am Festival teil. Insgesamt gab es 503.900 Kinobesuche und 335.986 verkaufte Eintrittskarten.

Da mich große Preise und Auszeichnungen, Prominenz und Weltruhm nicht grundsätzlich interessieren, rückte die Berlinale erst durch die Entdeckung der asiatischen, speziell japanischen, „Kunstfilme“ in mein Interessengebiet.
Aus meiner vorherigen Filmbeschreibung wiederhole ich noch einmal in anderen Worten die Definition dieses selbstkreierten Genres:
„Kunstfilme“ oder auch „Arte-Filme“ (nach dem deutsch-französischen Fernsehsender Arte benannt) sind für mich Produktionen, die über einen langsamen Erzählstil verfügen und bei denen der Fokus auf der Beschreibung von zwischenmenschlichen Beziehungen oder Situationen sowie der Atmosphäre eines Films liegt. Bilder, Stimmung und Symbolik stehen im Mittelpunkt, Dialoge werden oft nur minimalistisch eingesetzt. Der Inhalt, d.h. eine sich entwickelnde Handlung, steht erst an zweiter Stelle. Manchmal handelt es sich auch um gleichbleibende Momentaufnahmen. „Kunstfilme“ sind definitiv keine Mainstream-Produktionen und haben eher künstlerischen, ästhetischen, oft auch kulturell geprägten Charakter.
Versteht ihr, welche Art Filme ich meine? ^^°

Seit den 1980er und 1990er Jahren gewinnt die asiatische Filmbranche an Einfluss auf der Berlinale. Auch dieses Jahr waren u.a. wieder fünf koreanische, sechs chinesische, sieben taiwanesische und zwölf japanische Filme mit dabei – darunter auch solche, die nicht in ihren Ländern spielen, Koproduktionen und ähnliches. Ins Kino lockten mich dieses Jahr drei japanische Filme, die ich in den folgenden Beiträgen beschreiben möchte:

Yozora ha itsu demo saikou mitsudo no aoiro da
(The Tokyo Night Sky Is Always the Densest Shade of Blue)
von Yuya Ishii (2017)
Kategorie Forum

Karera ga Honki de Amu toki wa
(Close-Knit)
von Naoko Ogigami (2017)
Kategorie Panorama Special

Mr. Long
von Sabu (2017)
Kategorie Wettbewerb

Seid ihr mit dabei?

German cuisine in Berlin: Zum Hax’n-Wirt ☆ Deutsche Küche in Berlin: Zum Hax’n-Wirt

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Zum Hax’n-Wirt, German restaurant, ドイツのレストラン, deutsches Restaurant, Berlin, ベルリン, deutsche Küche, German cuisine, ドイツ料理, Bavarian cuisine, bayerische KücheUnder the headline „German cuisine in Berlin“ I’m going to give you some good restaurant suggestions for my home town.
I’m starting with “Zum Hax’n-Wirt” (maybe “To the Hax’n Landlord”) today. The restaurant at Hohenzollerndamm, near Fehrbelliner Platz, is specialized in Bavarian cuisine, the sort of food that foreigners generally expect thinking of typical German cuisine. ^^°
Located on Berliner Straße back to 1966 and in its current address since 2002, the restaurant serves especially patrons but according to the own internet page also “customers from around the world” – a statement, that I find more than dubious since the website is written in German only. This is a problem that you can find often on internet pages of German restaurants, cafés or sights, I think. I cannot understand why owners or operators voluntarily attend to such a small target group as local people. Especially sights or German restaurants, which could clearly profit by foreign visitors/customers, often don’t have an English option on their homepage, therefore not uncommonly a very less detailed internet page (f.e. solely the address, no mentioned prices, no menus or obsolete information). It really enrages me! A little, good, compact internet page as an introduction about the own business is far not complicated, high-maintenance nor expensive!
To make it possible for those of you, who are not German speaking, to also enjoy this cuisine, I shortly summarized the most important information at the end of this post.

So what can I eat at Hax’n-Wirt?

Haxe, pork knuckle, Zum Hax’n-Wirt, German restaurant, ドイツのレストラン, deutsches Restaurant, Berlin, ベルリン, deutsche Küche, German cuisine, ドイツ料理, Bavarian cuisine, bayerische KücheAs the name implies, you can eat delicious “Haxen” (engl. “pork knuckles”, in Bavarian dialect “Hax’n”) there. These are tender inside and coated by a crispy rind outside. To the pork knuckle which is served with a very salty broth, you can f.e. order “Knödel”. “Knödel” are dough balls often made of potatoes (“Kartoffelknödel”, engl.: “potato dumplings”) or of old bread pieces (“Semmelknödel”, engl.: “bread dumplings”). Due to their soft texture they can absorb sauce very well and are often served to German sauce dishes therefore. In fact you can also eat them in the sweet version. At Hax’n-Wirt you can have f.e. “Marillenknödel” for dessert: Knödel filled with apricots. Unfortunately I have always been too stuffed to try them. 😦
Who would like to eat “Haxe”, has to preorder it by phone and decide whether it should be rather small or rather big size. The price depends on the weight, that’s why you cannot find a total amount on the menu. A middle-sized filling pork knuckle costs about 14 €.

Spätzle, シュペッツレ, Zum Hax’n-Wirt, German restaurant, ドイツのレストラン, deutsches Restaurant, Berlin, ベルリン, deutsche Küche, German cuisine, ドイツ料理, Swabian cuisine, schwäbische KücheSince pork knuckle is too dry for me as a whole dish and too complicated for eating, I usually take “Käsespätzle” (cheese spätzle) for 10,80 € at Hax’n-Wirt. “Spätzle” are commonly long scraggly dough strands, which are thrown into boiling water similar to noodles. They are typical for the Swabian cuisine, that means dishes that come from the South German areas Württemberg, (Bavarian) Swabia and Allgäu.
For me the Hax’n-Wirt is one of the best addresses in Berlin for really tasty spätzle. The egg dough dish, that is also served as a side dish often, tastes relatively stale without sauce, but at Hax’n-Wirt it is a delectation! 🙂 Made in a smaller, more tubby shape, rather like “Knöpfle”, salted well and prepared with spring onions instead of stewed onions, the dish tastes delightfully light and fresh. The amount on the plate that looks so cutely small is really bluffing: Spätzle (especially with cheese) are always extremely filling!

Of course there are also other dishes on the menu, f.e. the classic “Schweinebraten mit Sauerkraut” (pork roast with sauerkraut), “Rinderroulade mit Rotkohl” (beef roulade with red cabbage) or “Schnitzel Wiener Art” (fried cutlet Vienna style). Who likes German beer will definitely find something suitable on the drink menu.

Zum Hax’n-Wirt, German restaurant, ドイツのレストラン, deutsches Restaurant, Berlin, ベルリン, deutsche Küche, German cuisine, ドイツ料理, Bavarian cuisine, bayerische KücheFurnished folksy with a lot of wooden things, deer antlers on the wall like in an old hunting lodge and checkered curtains in front of the windows the Hax’n-Wirt offers cosiness that invites you to linger. While you are almost alone in late afternoon when the restaurant opens, it can get pretty crowded in the evening. Therefore a reservation by phone is recommended – and don’t forget: You should preorder your pork knuckle!

Zum Hax’n-Wirt
Hohenzollerndamm 185
10713 Berlin
(near subway station Fehrbelliner Platz)

telephone number for reservations: 030 8225133

internet page: http://www.zum-haxenwirt-berlin.de/  (as explained German only)
on the map-link

opening times:
Monday-Friday starting at 15:00
Saturday and Sunday starting at 16:00


Deutsche Küche in Berlin: Zum Hax’n-Wirt

Unter der Überschrift „Deutsche Küche in Berlin“ möchte ich euch ein paar gute Restaurant-Tipps aus meiner Heimatstadt vorschlagen.
Den Anfang macht heute „Zum Hax’n-Wirt“. Das Restaurant am Hohenzollerndamm, nahe Fehrbelliner Platz, hat sich auf bayerische Küche spezialisiert, also das, was man sich im Ausland im Allgemeinen unter typisch deutscher Küche vorstellt. ^^°
Bis 2002 noch in der Berliner Straße gelegen bedient es seit 1966, nun in der heutigen Adresse, vor allem Stammkunden, aber laut eigener Internetseite auch „Kundschaft aus aller Welt“ – eine Aussage, die ich recht fragwürdig finde; ist der Webauftritt doch in ausschließlich Deutsch gehalten. Dabei handelt es sich um ein Problem, dass ich vielfach auf Internetseiten deutscher Restaurants, Cafés oder Sehenswürdigkeiten finde. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum sich Inhaber und Betreiber freiwillig einer so kleinen Zielgruppe wie den Einheimischen widmen. Vor allem Sehenswürdigkeiten oder deutsche Restaurants, die doch gerade von ausländischen Besuchern/Gästen profitieren könnten, haben oft keine englischsprachige Homepage, dazu einen schrecklich detailarmen Internetauftritt (z.B. ausschließlich Anschrift, keine Preisangaben, keine Speisekarte oder veraltete Informationen). So etwas macht mich richtig wütend! Eine kleine gute kurzgefasste Internetseite zur Vorstellung des eigenen Geschäftes ist doch nicht schwer, pflegeaufwendig oder teuer!
Damit ihr, wenn ihr nicht deutschsprachig seid, auch in den Genuss dieser Küche kommen könnt, habe ich am Ende des Beitrags noch einmal die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Was gibt es denn nun zu essen beim Hax’n-Wirt?

Wie schon der Name verrät, kann man dort hervorragende Schweinshaxen (im bayerischen Dialekt „Hax’n“) essen. Diese sind innen zart und außen von einer dicken knusprigen Schwarte umgeben. Zur Haxe, die mit einer sehr salzigen Brühe serviert wird, kann man z.B. Knödel bestellen. „Knödel“ sind Teigkugeln, die oft aus Kartoffeln zubereitet werden („Kartoffelknödel“) oder aus alten Brotstücken („Semmelknödel“). Durch ihre lockere Konsistenz nehmen sie sehr gut Sauce auf und werden daher oft zu deutschen Saucengerichten serviert. Man kann sie jedoch auch in der süßen Variante essen. Beim Hax’n-Wirt gibt es z.B. „Marillenknödel“ als Dessert: Knödel mit Aprikosen gefüllt. Leider war ich bisher immer zu satt, um sie zu probieren. 😦
Wer eine Haxe essen möchte, muss sie telefonisch vorbestellen und angeben, ob sie eher kleiner oder eher größer sein sollte. Der Preis richtet sich nach dem Gewicht, daher steht auf der Speisekarte auch keine eindeutige Summe. Eine mittelgroße sättigende Haxe kostet etwa 14 €.
Da mir die Haxe als ganzes Gericht zu trocken und zu kompliziert zu essen ist, nehme ich beim Hax’n-Wirt jedoch lieber Käsespätzle für 10,80 €. „Spätzle“ sind gewöhnlich lange grobe Teigfäden, die ähnlich wie Nudeln ins kochende Wasser geworfen werden. Sie sind typisch für die schwäbische Küche, also Gerichte aus den süddeutschen Gebieten Württembergs, Bayerisch Schwaben und dem Allgäu.
Für mich ist der Hax’n-Wirt eine der besten Adressen Berlins für richtig leckere Spätzle. Schmeckt die Eierteigspeise, die auch oft als Beilage serviert wird, meist relativ fad ohne Sauce, ist sie beim Hax’n-Wirt ein Hochgenuss! 🙂 In kleinerer und rundlicherer Form, eher wie Knöpfle, gut gesalzen und mit Frühlingszwiebeln statt Schmorzwiebeln angerichtet, schmeckt das Gericht angenehm leicht und frisch. Die niedlich anmutende Menge auf dem Teller täuscht dabei gewaltig: Spätzle (vor allem mit Käse) sind immer extrem sättigend!
Natürlich hat die Speisekarte auch noch weitere Gerichte zu bieten, z.B. die Klassiker Schweinsbraten mit Sauerkraut, Rinderroulade mit Rotkohl oder Schnitzel „Wiener Art“. Wer deutsches Bier mag, findet auf der Getränkekarte sicherlich etwas Passendes.

Rustikal eingerichtet mit viel Holz, Hirschgeweihen an der Wand wie in einem alten Jagdhaus und den karierten Gardinen am Fenster bietet der Hax’n-Wirt Gemütlichkeit, die zum Verweilen einlädt. Während man am späten Nachmittag, wenn das Restaurant öffnet, fast alleine ist, kann es abends recht voll werden. Daher empfiehlt sich eine telefonische Reservierung – und nicht vergessen: Die Haxe vorbestellen!

Zum Hax’n-Wirt
Hohenzollerndamm 185
10713 Berlin
(nahe U-Bahnhof Fehrbelliner Platz)

Telefon für Reservierungen: 030 8225133

Internet-Seite: http://www.zum-haxenwirt-berlin.de/
Standort-Link

Öffnungszeiten:
Montag-Freitag ab 15 Uhr
Samstag und Sonntag ab 16 Uhr