Miyavi – Konzert in Berlin am 10.05.2017 ☆ Miyavi – Concert in Berlin on 10th May 2017

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Obwohl es schon eine gefühlte Ewigkeit her ist, will ich es mir nicht nehmen lassen davon zu berichten:
Am 10.05.2017 durfte Berlin wieder einmal Miyavi zu einem Auftritt begrüßen. Im Rahmen seiner „Firebird Welttour 2017“ gab der J-Rock-Musiker 26 Konzerte in 11 Ländern, darunter vier in deutschen Städten. Nach dem Start in Korea, Hong Kong und Taiwan im Februar, folgten Auftritte in den USA und Kanada im April sowie von April bis Mai in Europa. Das Finale der Tournee fand am 10.05.2017 in der Huxleys Neuen Welt in Berlin-Neukölln statt.

Der am 14.09.1981 in Osaka geborene Musiker ist vor allem durch sein herausragendes Gitarrenspiel bekannt. Miyavis große Liebe galt eigentlich dem Fußball, bis er sich mit 15 Jahren eine Verletzung zuzog, mit der er einige Zeit lang keinen Fußball mehr spielen konnte. Er kaufte sich eine Gitarre und begann zu üben. Zwei Jahre später wurde er das jüngste Mitglied der Indie-Band Due’le quartz, die mit ihrem Look aus aufwendigen Lack- und Lederkostümen und den langen bunt und hochgestylten Haaren sowie androgynem Make-up klar dem Genre Visual Kei zuzuordnen sind. Dort verwendete der gebürtige Takamasa Ishihara das erste Mal sein Pseudonym „Miyabi“, welches „Eleganz“ bedeutet.
Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, J-Rock, concert, コンサート, J−ロック, Japanese musicAls sich die Band im Jahr 2002 (vermutlich aus privaten Gründen des Sängers und Bandleaders) auflöste, versuchte sich Miyabi unter seinem geänderten Namen „Miyavi“ als Solokünstler. Mit einem poppigeren Look und musikalisch holprigen ersten Songs (bei Due’le quartz hatte Miyavi bereits die meisten Songs komponiert), fand er schnell eine neue Fangemeinde, die stetig größer wurde, und erweiterte seine Brandbreite.
So experimentiert er bis heute ausgesprochen viel mit verschiedenen Musikstilen wie Pop, Rock, Hip Hop, Rap und Jazz und ist Kollaborationen mit Künstlern aus aller Welt gegenüber sehr aufgeschlossen.

Das Konzert am 10.05.2017 begann – für den Auftritt eines japanischen Künstlers in Deutschland völlig überraschend – mit einer Vorband. Die Band mit Namen „Capitano“ – optisch unauffällig bis auf die flächig grün geschminkten Gesichtshälften der Mitglieder und das gewollt androgyne Outfit des Sängers gepaart mit wiederum grotesker Männlichkeit – bot rockige Musik mit einer Prise Opernatmosphäre. Vielleicht an Queen, Kiss und David Bowie orientiert, mit Plastik-Flamingos auf der Bühne, den Mikrofonständer mit gefärbten Straußenfedern geschmückt, heizten die vier Musiker der Menge kräftig ein und bereiteten sie auf den Haupt-Act vor. Zwar optisch wohl eher keine Augenweide für die jungen Fans kam die Band durch ihre Musik mit dem gewissen Etwas doch ziemlich gut beim Publikum an. Bereits in Hamburg hatte Capitano Miyavi als Vorband zur Seite gestanden. Derzeit arbeitet das Quartett an seinem ersten Album.Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Deutschland, Rock, concert, Huxleys Neue Welt, Vorband Capitano, opening act Capitano    Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, Rock, concert, Huxleys Neue Welt, Vorband Capitano, opening act Capitano

Einige Songs später war es dann soweit. Capitano verabschiedeten sich und die Bühne wurde umgebaut. Es folgte der erste Auftritt Miyavis – wild Gitarre zupfend und schlagend – in langem schwarzen Gewand (das er bald gegen sein übliches Unterhemd eintauschte). Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, J-Rock, concert, コンサート, J−ロック, Japanese musicDie Lieder seines jüngsten Albums und Namensgebers der Tour „Firebird“ könnte man am ehesten als Dance Music bezeichnen. Kräftige Beats, schnelle Rhythmen und der poppige, eher elektronische Sound warfen zumindest bei mir die Frage auf, ob das Album denn überhaupt lifemusiktauglich sein könnte. Miyavi, wie immer an Gitarre und Mikrofon, diesmal unterstützt durch den Schlagzeuger Bobo und DJ Jonny, die auch beide am Album Firebird mitgewirkt haben, verkündete gleich am Anfang des Konzerts, dass er sich vor allem auf sein Element des Gitarrespielens konzentrieren würde.Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, J-Rock, concert, Huxleys Neue Welt, drummer Bobo, DJ Jonny

Leider hätte die Musikauswahl, die sowohl Songs des „Firebird“-Albums, aber auch des Vorgängers „The Others“ und einigen älteren Liedern bestand, meiner Meinung nach besser sein können – was natürlich Geschmackssache ist. Auch wurden viele der bekannten Songs anders gespielt oder in einem Mix vorgetragen. Statt eines erwarteten großen Finales der Tournee kam es mir eher wie die letzte Pflichterfüllung eines ermüdeten Künstlers vor, der bereits alle Songs etliche Male gespielt hat und sich jetzt auf seine Rückkehr nach Hause freut, wenn er diesen Abend auch noch geschafft hat. ^^°
Dennoch war die Stimmung in der Halle gut, Miyavi gab sich Mühe, sorgte für gute Laune, sprang auf der Bühne herum und lieferte eine gute Show.

Zwiespältig war für mich Miyavis Benehmen gegenüber seinen Fans. Wie zahlreiche Kollegen der Branche ist Miyavi unter anderem für seine Interaktivität mit dem Publikum und Fannähe bekannt. Davon war beim Final-Konzert teilweise nicht sehr viel zu spüren. Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, J-Rock, concert, コンサート, J−ロック, Japanese musicEin paar weibliche Fans in den ersten Reihen machten eine Weile auf ein Mädchen aufmerksam, das an diesem Tag Geburtstag hatte. Als sich der Umstand schließlich nicht mehr ignorieren ließ, brachte Miyavi ihr lediglich ein geradezu spöttisches „Happy Birthday“ entgegen – von Freundlichkeit oder Smalltalk keine Spur! Später warfen einige Fans in einem ruhigen Moment ein mit Unterschriften versehenes weißes T-Shirt als Geschenk auf die Bühne. Auch dieses wurde konsequent ignoriert, obwohl es direkt auf dem Mikrofonständer landete, bis es bei einem der nachfolgenden Songs zu Boden fiel. Sicherlich können unliebsame Geschenke, Albernheiten oder Vernarrtheit von Fans anstrengend sein. Das lässt sich wohl für jeden nachvollziehen. Dennoch finde ich es für einen Künstler wichtig, gerade auf diese Kleinigkeiten angemessen zu reagieren. Immerhin sind es die Fans, die einem Künstler Berühmtheit, Anerkennung und Einkommen bescheren oder sollen derartige Allüren dem Publikum zeigen, wie weit es der Künstler bereits geschafft hat? Für mich ist es in puncto Sympathie ein No-Go!

Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, J-Rock, concert, コンサート, J−ロック, Japanese musicAndererseits muss auch gesagt werden, dass Miyavi sich im Gegensatz zu einigen anderen Musikern traute, viel Englisch zu sprechen. So erzählte er dem Publikum von einer seiner beiden Töchter, Lovely Miyavi, die eigentlich laut Aussage der Ärzte ein Junge hätte werden sollen. Durch diesen Umstand, der öfter einmal erwähnt wurde, begann Lovely Leuten zu erzählen, dass sie eigentlich ein Junge sei, was anfangs für Belustigung sorgte. Erst als sie sich die Haare zu einem Kurzhaarschnitt abschnitt, begannen Miyavi und Mutter Melody (ebenfalls Sängerin) zu verstehen, dass Lovely es ernst meinte und sich scheinbar wirklich wie ein Junge fühlt. Ob das eine vorübergehende kindliche Phase oder erste Anzeichen einer Transgender-Persönlichkeit sind, bleibt abzuwarten – Miyavi und Melody werden ihre Tochter (oder ihren Sohn) immer lieben und als das akzeptieren, was sie (oder er) ist.
Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, J-Rock, concert, コンサート, J−ロック, Japanese musicOb es die Ähnlichkeit in der Entwicklung der Kinder ist, die Miyavi und Angelina Jolie, in deren Film Miyavi 2014 mitspielte, so sehr zueinander gebracht hat, wie überall betont wird? Das Publikum reagierte jedenfalls mit großer Begeisterung angesichts dieser emotionalen und sehr persönlichen Geschichte aus Miyavis Privatleben. Die enge Verbindung zu seiner Frau Melody und den Töchtern Lovely Miyavi („Luv“) und Jewelie Aoi („Jewels“) kommt bei den Fans gut an. So herrschte auch angespannte Stille, als Miyavi zu einem von Melody gesungenen Lied vom Band auf der Bühne Gitarre spielte.
Natürlich durften auch die obligatorischen Deutsch-Sätze nicht fehlen, die jeder japanische Künstler bei einem Konzert in Deutschland loswerden muss. Engagement kommt schließlich immer gut an!

Nach dem Berliner Finale wieder in seinem neuen Zuhause in Los Angeles, tourt Miyavi seit ein paar Tagen schon wieder in Japan, um dort sein 15-jähriges Jubiläum als Solokünstler zu promoten.

Das Konzert am 10.05. war eine gelungene Show und stellte ein ganz anständiges Gesamterlebnis dar. Wollen wir dem müden Miyavi die schlechten Manieren gegenüber seinen Fans noch einmal verzeihen? 😉Miyavi, 雅-MIYAVI-, Firebird World Tour 2017, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, J-Rock, concert, コンサート, J−ロック, Japanese music


Miyavi – Concert in Berlin on 10th May 2017

Although it seems to be ages ago, I insist of telling you about it:
On 10th May 2017 Berlin could welcome again Miyavi for a gig. Within his “Firebird World Tour” the J-Rock musician gave 26 concerts in 11 countries, including four in German towns. Starting in Korea, Hong Kong and Taiwan in February, gigs in the USA and Kanada were following in April and from April to May in Europe. The tour’s final show took place on 10th May 2017 at Huxleys Neue Welt (“Huxleys New World”) in Berlin-Neukölln.

The musician, born on 14th September 1981 in Osaka, is especially famous because of his outstanding guitar skills. Miyavi’s great love was dedicated to soccer until he came by an injury at age 15 so that he couldn’t play soccer anymore for a time. He bought a guitar and started to practise. Two years later he became the youngest member of the indie band Due’le quartz, which can be clearly catogorized into the genre visual kei due to their look of elaborate lacquer and leather costumes and the long colourful and styled-up hair as well as androgynous make-up. It was the time when Takamasa Ishihara by birth started to use his pseudonym “Miyabi” which means “elegance”.
When the band separated in 2002 (presumably because of private reasons of the singer and band leader), Miyabi tried his career as a solo artist under the changed name “Miyavi”. With a more trendy look and musically clumsy first songs (for Due’le quartz Miyavi had already composed the most songs), he quickly established a new fan community which grew immediately and expanded his bandwidth.
So he is experimenting frequently with different styles of music such as pop, rock, hip hop, rap and jazz and is also very approachable to collaborations with artists around the world.

The concert on 10th May 2017 started – as for the performance of a Japanese artist in Germany completely surprising – with an opening act. The band named “Capitano” – visually unflashy besides the members’ extensive green painted face halves and the willfully androgynous looking outfit of the singer paired with however grotesque masculinity – offered rocking music with sprinkling of opera atmosphere. Maybe orientated by Queen, Kiss and David Bowie, with plastic flamingos on stage, the microphone stand decorated with dyed ostrich feathers, the four musicians fired up the crowd and prepared people for the main act. Though visually no eye candy for the young fans, the band went down well with the audience due to the music with the certain something. Already in Hamburg Capitano had lent Miyavi their support as the opening act. Currently the quartet is working on their first album.

Several songs later, the time had come. Capitano bid goodbye and the stage was converted. Miyavi appeared on stage – wildly plucking and slapping his guitar – dressed in a long black robe (he changed it to his usual undershirt immediately). The songs of his latest album and name giver of the tour “Firebird” could be described most likely as dance music. Powerful beats, fast rhythms and the pop-like rather electronical sound raised the question (at least for me) of whether the album would be suitable for live music anyway. Miyavi, as always on the guitar and microphone, this time supported by drummer Bobo and DJ Jonny, who both also assisted for the album Firebird, declared right at the beginning of the concert, that he would concentrate on his key element, the guitar playing.

Unfortunately the music selection, which included songs of the Firebird album as well as of the previous one “The Others” and some older songs, could have been better in my opinion – but this is of course a question of taste. Furthermore many of the well-known songs were played different or in a mix. Instead of the awaited big finale of the tour it was rather a performance of duty (to me) of a tired artist who had already played all of his songs several times before and is now looking forward to his return back home, when he can finish the show on this final evening. ^^°
Nevertheless the atmosphere in the hall was good, Miyavi made an effort, caused good mood, jumped around on stage and arranged a great show.

Ambivalent for me was Miyavi’s behaviour towards his fans. Like numerous colleagues in the music business Miyavi is i.a. famous for his interactivity with the audience and closeness to his fans. You couldn’t guess this in some situations on the final concert. Some female fans in the first rows were calling attention to a girl who celebrated her birthday on this day. When the circumstance could not be ignored any longer, Miyavi only gave her a sharp, almost ironical “Happy Birthday”, kindness or small talk – no sign of it! Later some of the fans threw a white T-shirt with signatures onto the stage in a quiet moment. Also this was consistently ignored, though landing directly on the microphone stand, until it fell down during one of the following songs. Certainly unpleasant presents, inanities and infatuation of fans can be stressful. This should be understandable for everybody. Nevertheless I think, it is essential for an artist to react in an appropriate way to particular these trifles. After all it is the fan community that grants fame, appreciation and revenue to the artist or shall those airs and graces make the audience realize the level of fame that the artist already achieved? For me it is definitely a no-go in terms of sympathy!

Otherwise it should be also told, that Miyavi dared to speak much English in opposite to some other musicians. So he told the audience about one of his two daughters, Lovely Miyavi, who was said to become a boy by the doctors before birth. Due to this circumstance which was mentioned several times later, Lovely started to tell people, that she would be a boy actually, which caused amusement at first. Only when she cut her hair to short-hair style, Miyavi and the mother Melody (also a singer) began to realize, that Lovely seemed to be serious about it and really feels like a boy. If this is just a temporary phase in her development or the first indication of a transgender personality remains to be seen – Miyavi and Melody will always love her daughter (or son) and accept the person she (or he) is.
If it is the similarity in the children’s development, which brought Miyavi and Angelina Jolie, in whose movie Miyavi acted in 2014, as close as it is pointed out everywhere? Anyhow the audience reacted enthusiastically considering this emotional and very personal story of Miyavi’s private life. The close affiliation to his wife Melody and the daughters Lovely Miyavi (“Luv”) and Jewelie Aoi (“Jewels”) goes down well with the fans. So there was a tense silence when Miyavi played the guitar to a recorded song, sung by Melody.
Of course the obligatory German sentences that every Japanese musican supposedly has to recite when giving a concert in Germany, couldn’t be missing. Dedication always goes down well!

Back home in his new living place Los Angeles after the final show in Berlin, Miyavi is already touring again in Japan to promote his 15th anniversary as a solo artist since some days.

The concert on 10th May was a well-made perfomance and a proper total experience. So should we forgive the tired Miyavi the bad manners towards the fans – what do you think? 😉

Easter Brunch at Sarotti-Höfe (Sarotti Courts) in Berlin ☆ Osterbrunch in den Sarotti-Höfen in Berlin

Sarotti-Höfe, Sarotti Courts, chocolate factory, Schokoladenfabrik, Sarotti-Mohr, Sarotti Moor, Mehringdamm, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, DeutschlandDiesen Beitrag auf Deutsch lesen? Bitte scrollen.

On this weekend Easter is celebrated in Germany. Friday, Sunday and Monday are official holidays. Who would like to read more detailed about Easter, can have a look into my Easter post two years ago.
There I have also mentioned the Easter brunch before. Brunch is a mixture of the English words “breakfast” and “lunch” and describes a buffet of cold and warm dishes that could be served in the morning and around lunchtime. Typically you go to brunch on (late) Sunday morning. For Germans going to brunch is especially popular in Easter season, primarily on the Easter weekend. That’s why it is of course most crowded at this time and you should hurry to quickly get yourself a reservation in your favourite restaurant if you are not preparing your own brunch buffet at home within the family circle.

Going to brunch in Berlin

The brunch offers in my hometown Berlin are diverse at first glance, but often overpriced since there are more and more tourists interested into the extensive Easter breakfast.
I’m sorry to say that curse rests on my favourite brunch buffet address currently. The third consecutive year it failed for different reasons to go there. I hope, I will have the chance to tell you about it someday. Today I write about this year’s alternative:

The Sarotti-Höfe (Sarotti Courts)

Sarotti-Höfe, Sarotti Courts, chocolate factory, Schokoladenfabrik, Sarotti-Mohr, Sarotti Moor, Mehringdamm, Berlin-Kreuzberg, ベルリーン, ドイツ, Germany, DeutschlandIn Kreuzberg, a trendy district in Berlin formed by street cafés and rag shops, there exist the Sarotti-Höfe (Sarotti Courts), a complex of different buildings in red brick appearance with six courts, where from 1881 to 1921 a German chocolate factory was working under the direction of the confectioner Hugo Hoffmann. The famous chocolate brand “Sarotti” with the advertising character of the “Sarotti Moor” (or “Maure”, oldfashioned word for a black man) was created. The mascot should remind of the German colonies, but first of all attract customers through its exotic appearance. Due to the initially designed image of a servant with a dinner tray, the Moor was more and more seen as a derogatory rassistic stereotype and therefore modified to the “Sarotti Magician of senses”. After several company take-overs the brand belongs to the Belgian consortium of Baronie, the former factory building (including five house numbers), where around 1800 workers were employed in the best years, before the company moved to a more spacious location, is still located at Mehringdamm (called Belle-Alliance-Straße at that time).
Today the over 10.000 sq m flex space houses different media companies, artists, painters, craft businesses, event agencies – and a hotel with an affiliated café because what sells better in the premises of a former chocolate factory than cakes, tarts and of course chocolate!

The Café Sarotti-Höfe

Cafe Sarotti-Höfe, Cafe Sarotti Courts, Kaffeehaus, coffeehouse, Sarotti-Mohr, Sarotti Moor, Mehringdamm, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, DeutschlandWith its modest, unimaginative outer view the café offers the style of an old Berlin restaurant with interesting stylistic inconsistencies representing a modern design. The dark brown wooden counter, also functioning as the reception desk of the hotel, which is indeed no good idea, the big cake vitrine and especially the ceiling decorated with stucco work, a chandelier and courtly angel paintings offer a classical coffeehouse design. But who takes a closer look, can find one of the angels wearing sunglasses and a mp3-player or recognize that the framed picture disguises a flatscreen monitor which renders moving aquarium scenes. Since the café is relatively small for a brunch location, you will sit a bit packed between hotel guests and Berlin people. If you can’t get a seat directly in the buffet room, you will have to master your way down some stairs back to the café area with the full plate to return to your table.
Already hungry? (Unfortunately I don’t have good expressive photo material for the brunch buffet since most of the food was covered by heat storing hoods.)

Buffet in the Café Sarotti-Höfe

brunch buffet, Sonntagsbrunch, Osterbrunch, Sunday brunch, Cafe Sarotti-Höfe, Cafe Sarotti Courts, Mehringdamm, Berlin, ベルリーン, ドイツ, Germany, DeutschlandFrom Monday to Saturday, 07:00 to 12:00, there is a diverse breakfast buffet. On Sundays and holidays the breakfast offer is enlarged until 14:00. Additionally you can get warm lunch dishes and some more sweet extras, starting at 10:00. The resulting brunch buffet costs 12,00 Euro per person (6,00 Euro for children), beverages are not included.
Besides German breakfast classics (different sorts of bread and rolls, croissants, platters of various cold cuts and cheese) also English breakfast in the form of scrambled eggs with bacon, sausages and baked beans is offered. For fish lovers there is smoked salmon and mackerel as well as herring and sour pickled rollmops (herring Berlin style). Furthermore you can help yourself with different cornflakes and mueslis with fresh and dried fruits, yoghurts and sprinkles as well as marmelades, chocolate spread and peanut butter.
As lunch offers you can find goulash with spaetzle and green beans, steamed buns, chicken wings, potato röstis (potato pancakes) and minced meat balls. As a starter you can take potato salad and vegetarian antipasti. If you have a sweet tooth you can choose between pancakes with sugar beet syrup, oreo or chocolate creme mousse and Rote Grütze (berry compote dessert in sweet red sauce) with egg liqueur sauce. The final highlight is the Sarotti chocolate fountain, a fountain with liquid chocolate, in which you can dip self-arranged sticks with fruits (strawberries, melons, pineapples, grapes, bananas), cookies and mashmallows. – At least that was the brunch compilation of yesterday’s Sunday, when I went there for “Easter brunch”.

My opinion: The offer was diverse and tasty though far not as amazing as my favourite brunch address. For 12,00 Euro it is one of the low-budjet-priced brunch options in town, that can even cost 20,00 or 30,00 Euro. Who expects high-class food and great art of cooking, will surely not get one’s money’s worth but who is looking to have a tasty and rich brunch buffet for a reasonable price, should be satisfied. Unfortunately the casserole foods and waffles (both mentioned on the internet page) were missing, a Sunday roast would have been also nice. The staff had a bit difficulty to deal with the rush demand of the guests; some food was not filled up in time or again at all. But in the end it was a nice brunch buffet with an adequately value-for-money ratio. My favourite part of the brunch was definitely the chocolate fountain, whose chocolate was still comfortably liquid and smooth on the marshmallows and fruits after dipping – delicious!

Enjoy the last hours of the Easter holidays! 🙂


Osterbrunch in den Sarotti-Höfen in Berlin

An diesem Wochenende wird in Deutschland Ostern gefeiert. Der Freitag, Sonntag und Montag sind dabei gesetzliche Feiertage. Wer ausführlicher zum Thema Ostern lesen möchte, kann sich meinen Oster-Artikel von vor zwei Jahren ansehen.
Dort habe ich auch schon einmal den Osterbrunch erwähnt. Ein Brunch ist eine Mischung aus Frühstück (engl. „breakfast“) und Mittagessen (engl. „lunch“) und beschreibt ein Buffet aus warmen und kalten Speisen, die sowohl morgens, als auch mittags auf dem Tisch stehen könnten. Typischerweise geht man am (späten) Sonntagmorgen zum Brunch. Besonders beliebt ist das „Brunchen“ in Deutschland zur Osterzeit, vor allem am Osterwochenende. Daher ist es dann natürlich auch am vollsten und man sollte sich rechtzeitig um eine Reservierung in seinem Lieblingsrestaurant bemühen, wenn man nicht im Kreise der Familie zuhause ein Brunchbüffet veranstaltet.

Brunchen in Berlin

Die Brunchangebote meiner Heimatstadt Berlin sind auf den ersten Blick vielfältig, jedoch auch oft überteuert, da es mehr und mehr Touristen gibt, die sich für das ausgiebige Osterfrühstück interessieren.
Auf meiner Lieblingsadresse für das Brunchbuffet lastet leider zur Zeit ein Fluch. Schon das dritte Jahr in Folge hat es aus verschiedenen Gründen immer wieder nicht geklappt, dort einzukehren. Vielleicht habe ich irgendwann einmal die Möglichkeit, euch davon zu berichten. Heute schreibe ich daher über die diesjährige Alternative:

Die Sarotti-Höfe

In Kreuzberg, einem von Straßencafés und Trödelläden geformten Szenebezirk Berlins, liegen die Sarotti-Höfe, ein Gebäudekomplex aus mehreren Häusern in roter Backsteinoptik mit sechs Höfen, in welchem von 1881 bis 1921 eine deutsche Schokoladenfabrik unter Leitung des Konditors Hugo Hoffmann wirkte. Es entstand die bekannte Schokoladenmarke „Sarotti“ mit der Werbefigur des Sarotti-Mohren. Das Maskottchen sollte an die deutschen Kolonien erinnern, die Kunden jedoch vor allem durch seine Exotik anziehen. Aufgrund der anfänglichen Darstellung eines Dieners mit Tablett wurde der Mohr zunehmend als abwertende rassistische Sterotype gesehen und daher im Jahr 2004 zu einem „Sarotti-Magier der Sinne“ umgestaltet. Die Marke gehört seit einigen Firmenübernahmen zur belgischen Unternehmensgruppe Baronie, das ehemalige Fabrikgebäude, in welchem zu Glanzzeiten etwa 1800 Arbeiter beschäftigt waren, bevor sich die Räumlichkeiten als zu klein erwiesen, ist am Mehringdamm (damals Belle-Alliance-Straße) geblieben.
Heute beherbergen die über 10.000 qm Gewerbeflächen der fünf Hausnummern verschiedene Medienunternehmen, Künstler, Maler, Handwerksbetriebe, Eventagenturen – und ein Hotel mit angeschlossenem Café, denn was verkauft sich besser in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Schokoladenfabrik als Kuchen, Torten und natürlich Schokolade!

Das Café Sarotti-Höfe

Mit seiner schlichten, einfallslosen Außenansicht bietet das Café im Innenbereich den Anblick einer Altberliner Gaststädte mit interessanten Stilbrüchen in Richtung Moderne. Der Tresen aus dunklem Holz, an dem sich leider zusätzlich die Rezeption des Hotels befindet, was sicherlich keine so gelungene Lösung darstellt, die große Kuchenvitrine und vor allem die mit Stuck, Kronleuchter und höfischen Engelmalereien geschmückte Decke bieten klassisches Kaffeehaus-Design. Wer jedoch genauer hinsieht entdeckt, dass einer der Engel eine Sonnenbrille und einen mp3-player trägt oder dass sich im gerahmten Bild ein Flachbildschirm verbirgt, der bewegte Aquariumsszenen wiedergibt. Da das Café relativ klein für eine Brunch-Räumlichkeit ist, sitzt man ein wenig gedrängt zwischen Hotelgästen und Berliner Publikum. Wenn man nicht direkt im Buffet-Raum einen Platz bekommt, muss man leider mit dem vollen Teller ein paar Stufen hinunter in den Cafébereich meistern, wenn man sein Essen zurück an den Tisch bringt.
Schon hungrig? (Leider habe ich kein gutes aussagekräftiges Bildmaterial zum Brunchbuffet, da die meisten Speisen mit Wärmehauben abgedeckt waren.)

Buffet im Café Sarotti-Höfe

Montags bis samstags gibt es von 07:00 Uhr bis 12:00 Uhr ein vielfältiges Frühstücksbuffet. An Sonn- und Feiertagen wird das Frühstücksangebot bis 14:00 Uhr verlängert. Zusätzlich gibt es ab 10:00 Uhr warme Speisen und ein paar süße Extras dazu. Das sich daraus ergebene Brunchbuffet kostet 12,00 Euro pro Person (6,00 Euro für Kinder), Getränke sind nicht eingeschlossen.
Neben deutschen Frühstücksklassikern (verschiedene Brot- und Brötchensorten, Croissants, Aufschnittplatten mit Wurst- und Käsesorten) wird auch englisches Frühstück in Form von Rührei mit Speck, Bratwürstchen und Bohnen geboten. Für Fischliebhaber gibt es geräuchterten Lachs und Makrele sowie Hering und sauer eingelegten Rollmops (Hering nach Berliner Art). Außerdem kann man sich von verschiedenen Cornflakes und Müslis mit frischen und getrockneten Früchten, Yoghurts und Streuseln sowie Marmeladen, Schokoladen-Brotaufstrich und Erdnussbutter bedienen.
Als Mittagsangebot stehen Gulasch mit Spätzle und grünen Bohnen, Teigtaschen, Chicken Wings, Kartoffelrösti und Hackfleischbällchen auf den Tischen. Zuvor locken Kartoffelsalat und vegetarische Antipasti. Naschkatzen haben die Wahl zwischen Pancakes mit Rübensyrup, Oreo- oder Schokoladencreme und Roter Grütze (Beeren-Desssert in roter Sauce) mit Eierlikörsauce. Als krönender Abschluss lockt der Sarotti-Schokoladenbrunnen, ein Brunnen mit fließender Schokolade, in den selbst zusammengestellte Spieße aus Früchten (Erdbeeren, Melonen, Ananas, Weintrauben, Bananen), Keksen und Marshmallows getaucht werden können. – So jedenfalls das Angebot des gestrigen Sonntags, als ich zum „Osterbrunch“ dort war.

Meine Meinung: Das Angebot ist vielseitig und schmackhaft, wenn auch bei weitem nicht so gut wie meine Lieblings-Brunchadresse. Für 12,00 Euro liegt es im unteren Preis-Segment der Brunch-Angebote der Stadt, die schon mal 20,00 bis 30,00 Euro betragen können. Wer hochwertige Speisen und große Kochkunst erwartet, kommt sicherlich nicht auf seine Kosten, wer ein leckeres und reichhaltiges Brunchbuffet für einen angemessenen/günstigen Preis im Sinn hat, dürfte zufrieden sein. Gefehlt haben leider die auf der Internetseite genannten Aufläufe und Waffeln, ein Sonntagsbraten wäre auch schön gewesen. Das Personal hatte etwas Mühe dem Ansturm der Gäste gerecht zu werden; einige Speisen wurden nicht zeitnah oder gar nicht aufgefüllt. Alles in allem war es jedoch ein schönes Brunchbuffet in angemessenem Preis-Leistungs-Verhältnis. Meine besondere Leidenschaft galt vor allem dem Schokoladenbrunnen, dessen Schokolade auch nach dem Tauchen noch angenehm weich und flüssig an den Marshmallows und Früchten haftete – lecker!

Genießt die letzten Stunden der Osterfeiertage! 🙂